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#467: Superhero Sunday - Watchmen

Who watches the Watchmen? I did! Oh ze bad joke iz bad.

Genau genommen habe ich den Ultimate Cut geschaut. Watchmen ist da ähnlich wie ein Herr der Ringe: Schon die Kinoversion ist etwas über 2 1/2 Stunden lang und der Ultimate Cut ähnlich den Extended Editions schmeißt noch mal fast eine Stunde drauf. Allerdings nicht unbedingt immer an sinnvollem Material. Eigentlich würde ich keine Szene des Hauptfilmes missen wollen, versteht mich nicht falsch, im Ultimate Cut kommen allerdings auch noch animierte Szenen des Tales of the Black Freighter Comics hinzu. Das ist an und für sich schon ein ganz netter kleiner Plot, hat aber mit dem Hauptfilm absolut nix zu tun, wirkt in ihm teilweise geradezu deplaziert und bläht ihn nicht zuletzt eben auf satte 215 Minuten auf. Ohne wäre der Film doch etwas besser dran, also lieber den 186-minütigen Director's Cut schauen und Black Freighter als Einzelrelease irgendwann mal.

Ansonsten war ich von der Qualität von Watchmen etwas überrascht, einfach nur, weil er von Zack Snyder ist, dem wir auch 300 zu verdanken haben. Und der hat ja eher Unterhaltungswert, weil er unfreiwillig komisch ist, denn wegen seiner Genialität. Watchmen ist zum Glück viel seriöser umgesetzt, was bei dem Material auch bitter nötig ist. Denn es ist eigentlich so ein unglaublich untypischer Superheldenfilm.

In der alternativen Realität von Watchmen sind Superheld nämlich etwas ganz Normales, wird von niemandem wirklich als was Außergewöhnliches angesehen – und außer Manhattan haben sie ja letztendlich ähnlich Batman alle keine Superkräfte, sondern weitestgehend nur ihre Gadgets und gutes Training. Was wohl dran liegt, dass Superhelden schon vor Jahrzehnten aufgetaucht sind, eine Sache, die im Szenenschnelldurchlauf des Vorspanns schon komplett abgehandelt wird. Über den Jubel in den 40ern über die erste Superheldentruppe, zu deren Auflösung, einige getötet, andere in der Klapse, andere nur gealtert und desillusioniert, zum Aufkommen der zweiten Superheldengruppe, die dort weitermachen sollte, wo diese aufhörten, bis zum Tag, an dem Superhelden sogar ganz verboten wurden, für die Propaganda missbraucht und genauso schnell beim Stimmungsumschwung fallengelassen. Und viel im Film ist so, man muss echt aufpassen, da viel Material in fast zu wenig Zeit rüber gebracht werden muss, wenn man eine Szenen nicht gut aufpasst oder einen Zeitungsartikel übersieht, fehlt einem schon eine Nuance an Hintergrundinformation.

Und von daher ist Watchmen absolut nicht das, was man sich von einem Superheldenfilm erwartet, die Zeiten, in denen Leute im Kostüm Verbrecher gejagt haben sind nämlich schon vorbei. Stattdessen ist es eher eine Mischung aus Crime-Story und Polit-Thriller. Watchmen spielt nämlich zu Zeiten des Kalten Krieges, in der ständig um einen atomaren Schlag gefürchtet werden muss und die beiden Seiten langsam so paranoid werden, dass z.B. die ganze amerikanische Ostküste zu verlieren, gar nicht so ein übler Preis dafür zu sein scheint, die Gegenseite auszuschalten, bevor sie es tun können. Die (ehemaligen) Watchmen werden eher dort hinein gezogen, da auch die (ehemaligen) Superhelden nach und nach ausgeschaltet werden, damit sie sich in die wahren Pläne dahinter nicht einmischen können. Der Film ist also düster, ernst und fast manchmal deprimierend. Desillusionierte Charaktere in einer Welt der Endzeitstimmung. Und gerade Endzeitstimmung kommt beim Publikum sowieso immer gut an. Die Menschheit denkt, kurz vor ihrem Untergang zu stehen, seit es sie gibt, aber in heikleren Zeiten wie dem Kalten Krieg oder der aktuellen Weltwirtschaftskrise kommt das natürlich noch besser.

Und dann das überraschende Finale, das einen erst tricksen will zu glauben es ware nun doch nur ein enttäuschendes, übliches Supervillain, der die Welt vernichten will, weil die Menschheit doch so verkommen ist, nur um dann die wahren Beweggründe dahinter, die unkomfortable Wahrheit bar jeglichen Idealismus zu bringen.

Ich muss sagen, ich liebe Watchmen. Düster, ernst, so vollkommen anders wie erwartet, komplex, intelligent und trotz enormer Länge ist jede Szene wichtig. Einige werden sich sicherlich dran stören, denn er ist eben nicht, was man erwartet, wenn man einen Superheldenfilm schaut. Für manche zu düster und brutal, für andere mit zu wenig Action und zu vielen Gesprächszenen. Aber ich war begeistert.


6.6.10 01:25
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Muad (7.6.10 00:28)
Ich bin soeben geworden und absolut begeistert. Stimme dir in jedem Punkt zu und muss aber auch sagen, dass ich die Black Freighter Szenen immer ganz auflockernd fand, können durchaus drin bleiben.

Es ist schon eine Kunst, Leute in die mit Abstand albernsten Superheldenkostüme zu stecken und dann eine so dermaßen ernste aber auch ernstzunehmende Handlung drumherum zu kreieren. Und wie du schon sagest, jede noch so kleine Szene in dem Film ist absolut wichtig, jeder Gesprächsfetzen interessant und ungemein prägend für die Charaktere. Beim Finale hab ich beinah Nägel gekaut und war kurz davor mit Night Owl mitzuschreien. Sowas kann man doch nicht machen.

Lieblingszitat: "Ich bin kein Comic-Supergegner"

Großartiger Film... ich kauf mir jetzt den Comic.


Kaoru (7.6.10 10:17)
Ich glaub es hilft auch enorm, dass sie die Kostüme häufig gar nicht tragen, sondern eher in Rückblenden. Und sobald die anfangen, wirklich häufiger in denen rumzulaufen, hat einen der Film schon am Haken, da stört das auch nicht mehr :D

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