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#420: Everybody got AIDS and shit

Nein, es geht Heute nicht um Showgirls, sondern um Bangkok Love Story.

Der Film fängt schon nicht unbedingt viel versprechend an: Hauptcharakter Maek hat einen längeren inneren Emo-Monolog darüber, wie schwer und einsam das Leben doch ist. Immerhin hat er es auch zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Er schlägt sich als Killer durch, seine Mutter hat durch den Ziehvater AIDS bekommen, als der sich auch an Maek vergreifen wollte und dieser ihn nicht ran gelassen hat, hat er sich einfach den kleinen Bruder geschnappt, der nun auch HIV positiv ist. Als Maek das erfahren hat, hat er den Ziehvater im Affekt getötet und das zu Hause verlassen, versprechend eines Tages Mutter und Bruder aus Bangkok raus zu bringen.

Sein aktuelles Opfer ist Iht, den er auch schnell ausfindig macht und entführt. Allerdings ist Maek ein Killer mit Moral, der nur Abschaum aber keine Unschuldigen umbringt und sobald er mit bekommt, dass Iht eben nichts Falsches getan hat, sondern nur zu viel weiß und Maeks Auftraggeber eigentlich die Bösen sind, weigert er sich, Iht umzubringen und die beiden müssen fliehen, wobei Maek angeschossen wird.

Da sich Iht anscheinend nichts Romantischeres vorstellen kann, als entführt und beinahe umgebracht zu werden, versorgt er über die nächsten Tage den angeschossenen Maek. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen und haben nach endlos langer Zeit bei ungefährer Film-Halbzeit dann auch endlich Sex miteinander. Iht ist sofort unsterblich verliebt, Maek schmeißt ihn aber raus und wäscht sich erst mal lang, als hätte er die Krätze. Was zugegebenermaßen wohl etwas Logik hat, da sein Ziehvater ihn ja angetatscht hatte und so.

Nun kommen erst Mal endlos lange Szenen, in denen nicht wirklich was passiert, außer dass Iht und Maek ihrem extremen Trennungs-Weltschmerz nachhängen. Im Regen rum sitzen, unter der Dusche heulen, sich ne Knarre an den Kopf halten – halt die üblichen, überhaupt nicht überdramatisierten Trennungsfolgen, die jeder Mensch so hat, wenn sich eine Beziehung auflöst, die nicht mal eine Beziehung sondern eher ein One Night Stand war.

Nebenbei eröffnet der Film uns auch noch einen Subplot um den kleinen Bruder Maeks, der wesentlich legitimeres Drama bieten würde, aber als wesentlich unwichtiger abgehandelt wird. Da er HIV positiv ist, wird er nämlich jedes Mal gemobt und verprügelt, wenn er das Haus verlässt, um sich und seiner todkranken Mutter Essen und Medikamente zu holen. Und um das Geld dafür aufzutreiben prostituiert er sich, wohl mit der Schuld lebend, die Krankheit dadurch nur noch weiter zu verbreiten.

Nach weiteren gefühlten 2 Stunden finden Ith und Maek im Regen dann doch wieder zusammen und haben heiße Zungenküsse direkt auf der Straße. Wo es die Mutter und der Bruder von Maek sowie die Ehefrau von Iht sehen. Gut, dass die alle gerade in der wichtigen Minute, die das nur geht, vor Ort waren und just aus dem Fenster sahen. Maek stößt Iht nämlich auch schon wieder von sich und geht zu seiner Familie hoch, da er sie endlich aus Bangkok raus bringen will. Sein Bruder und er streiten sich, seine Mutter hängt sich auf, die beiden finden sie aber noch rechtzeitig, doch auf dem Weg zum Krankenhaus fängt sie sich eine Kugel ein, die eigentlich für Maek gedacht war (wer sich nach den gefühlten 3 Stunden, die der Film nun schon läuft, nicht mehr erinnert, da der Film selbst es über das ganze unnötige Liebesdrama vergessen hatte: Maek und Iht werden immer noch gejagt) und stirbt. Ihts Frau trennt sich von ihm.

Maek verspricht seinem Bruder nun endgültig, ihn aus der Stadt zu bringen. Vorher bringt er aber noch die um, die ihn und Iht jagen. Auch Iht geht dorthin, allerdings nachdem Maek schon wieder weg ist, wird aber von einer Überlebenden beschossen. Maek kommt am Bahnhof an, um mit seinem Bruder zu fliehen, wird aber von der Polizei vor dessen Augen gefangen genommen.

Etwas später, Maek sitzt im Knast. Iht besucht ihn, er hat überlebt, aber sein Augenlicht verloren. Bei Maeks Bruder ist die Krankheit mittlerweile ausgebrochen und er erhängt sich. Weiter Jahrzehnte später kommt Maek endlich aus dem Gefängnis frei und wird bereits von Iht erwartet, der all die Jahre auf ihn gewartet hat. Da wird Maek erschossen.

Ich habe selten einen Film so Randvoll mit Melodramatik und Weltschmerz gesehen, wie Bangkok Love Story. Und das Schlimmste daran? Wenn er gerade Mal nicht voller Drama ist, ist er todlangweilig und so kommen einem die 105 Minuten eher wie 150 vor. Wenn er dann aber mal mit dem Drama anfängt – und es gibt mehrere Punkte, in denen er legitimen Grund hat dramatisch zu werden –, kann er damit gar nicht mehr aufhören. Hier ein Suizidversuch, da ein erfolgreicher, dort eine Trennung, jemand erschossen, als Kind missbraucht, sich prostituierend, todkrank und und und. Manchmal ist es echt schwer, den Film überhaupt ernst zu nehmen.

Zudem hat der Film das weitere Problem, dass einem das Drama absolut egal ist, da die Charaktere einen nicht interessieren. Der Film sieht toll aus, hübsche Charaktere in stylishen Klamotten, vor cooler Kulisse, in hübsch anzusehenden und mit gutem Händchen inszenierten Shots zu toller Musik. Was unter der ganzen gelackten Präsentation, die sicherlich hübsch anzusehen ist, allerdings fehlt sind die Emotionen, das Herz, die Seele. Man fühlt mit den Charakteren nicht mit, egal was für dramatischer Mist ihnen gerade passiert, zum einen sicherlich, weil der Film das Drama so arg übertreibt, zum anderen aber auch schlichtweg, weil der Film sich nicht drum kümmert, dass sich der Zuschauer um die Charaktere kümmert.

Es ist ein wenig wie Matrix schauen. Stylisch bis zum Geht nicht mehr. Aber Matrix möchte nur ein Actionfeuerwerk sein, das cool aussieht. Bangkokg Love Story hingegen auch ein Drama und eine Liebesgeschichte und das zieht einfach nicht. Nicht so zumindest, wenn der Film eher wie ein 100-minütiges Musikvideo daher kommt. Beyond Hypothermia bekommt es z.B. hin cool inszeniert zu sein und den Zuschauer trotzdem mit den Charakteren mitfiebern zu lassen.

Man bekommt fast das Gefühl Bangkok Love Story ist kein Film primär für ein homosexuelles oder aufgeschlossenes heterosexuelles Publikum, sondern ein Film für die Twilight-Generation von Yaoi-Fangirls, die neben gezeichneten Kerlen auch mal echte hübsche Asiaten in stylischen und überdramatisiertem Schund sehen wollen. Aber dafür sind die zwei heißen Kussszenen, die der ganze Film gerade mal zu bieten hat, eigentlich schon fast wieder zu wenig Fangirl-Bait.

Es ist etwas schade, denn mit dem Drama wesentlich zurück gedreht, eine subtilere Inszenierung und sympathisch rüber gebrachten Charakteren hätte aus Bangkok Love Story sich was werden können. Auf dem Papier klingt der Film nämlich gar nicht mal so schlecht – wenn man die Hälfte der übertriebenen Schicksalsschläge überliest.


15.4.10 00:29
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


blorg / Website (15.4.10 23:49)
danke, das ich ich DIR diesen Ohrwurm wieder drin hab >___<''


moooah~ Xx'


blorg / Website (15.4.10 23:52)
"wegen dir" - natürlich :P


Kaoru (15.4.10 23:58)
Heh~, und dabei kommt's noch nicht mal daher xD


blorg / Website (16.4.10 12:52)
I know - aber die Schlüsselwörter sind enthalten xP


Muad (17.4.10 12:05)
"sondern ein Film für die Twilight-Generation von Yaoi-Fangirls, die neben gezeichneten Kerlen auch mal echte hübsche Asiaten in stylischen und überdramatisiertem Schund sehen wollen. "

Genau diese Sätze machen deinen Blog so interessant

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