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#520: Anime Week - Loveless

Ich war mal für ein paar Jahre recht verliebt in Shonen Ai, was sich dann aber gegeben hat, da es doch auf Dauer ein sehr Klischeehaftes und generisches Genre ist – und die Fangirls nerven eh. Shonen Ai ist halt easy money, eines der Genre, in das zwar Außenstehende nicht rein schauen, bei dem die eng gesteckte Zielgruppe aber für genug Umsatz sorgt. Außerdem hat sie keine Standards, zeichne also einfach zwei Kerle, die heiße Küsse austauschen und schon lieben sie es, egal wie scheiße die Serie eigentlich ist – noch nicht mal wirklich gut zeichnen können muss man eigentlich. Auf Dauer wurde es mir auf jeden Fall zu fad und so lese ich seit geraumer Zeit nur noch kurze Sachen, bei denen 9 von 10 Seiten von Plotlosem Sex eingenommen werden und von denen ein Großteil von Männern für Männer gezeichnet ist, denn von Frauen für Hormonverdummte Teeny-Girls. Aber ganz wollen wir Loveless doch nicht von Anfang an abschreiben ;P

Ritsuka hat einen Schulwechsel hinter sich, nachdem sein Bruder verstorben ist. An seinem ersten Tag verhält er sich den neuen Mitschülern gegenüber aber eher arschig, da er der Meinung ist, es gebe eh nur Ausnutzer und Ausgenutzte, statt Freunde. Nach der Schule trifft er auf Soubi. Der ist was besonderes, nicht nur da er keine Ohren mehr hat und somit erwachsen ist, sondern auch, weil er meint der Kämpfer seines toten Bruders gewesen zu sein. Die beiden gehen in den Park „Erinnerungen machen“ (Fotos o.Ô ), Soubi küsst Ritsuka, meint er liebe ihn, und sie müssen eine noch tiefere Bande eingehen - sobald Ritsuka erwachsener ist, wird er ihm die Ohren nehmen. Da taucht ein anderes Paar aus Kämpfer und Opfer auf und greifen Soubi mit ihren Spells an, da er sich nach dem Tod seines vorigen Partners Beloved (Ritsukas Bruder) nicht einfach so mit Loveless (Ritsuka) einen neuen suchen darf. Soubi ist aber stärker und gewinnt den Kampf.

Verlust der Ohren beim Erwachsenwerden? Kämpfer und Opfer? Beloved, Loveless, Breathless als „wahre“ Namen? Spells? Wer nach diesem Storyabriss der ersten 20-minütigen Folge erst mal “Häh?” denkt… mir ging es genauso. So ein paar Sachen erklärt die Serie kurz darauf, andere bleiben die ganze Zeit über etwas vage und müssen sich selbst zusammengereimt werden. Auf jeden Fall finden aus irgendwelchen Gründen (die in der Serie nie erwähnt werden) Bannkämpfe statt, in denen sich die „Kämpfer“ ihre Spells um die Ohren hauen, während die „Opfer“ deren Verletzungen auf sich ziehen. Die beiden sind eigentlich ein innig verbundenes Team, die beide den gleichen „wahren“ Namen tragen. Ach ja, und die Katzenohren stehen für die Jungfräulichkeit, sie zu verlieren, „erwachsen sein“, bedeutet also einfach, man hat schon mal gefickt. So was in einer Gesellschaft direkt sichtbar zu haben ist eine interessante Idee, aber wahrscheinlich auch nicht ganz ohne den Hintergedanken entstanden, dass man so viele niedliche kleine Catboys und Catgirls vorkommen lassen kann.

Die beiden Hauptcharaktere sind eigentlich die üblichen Klischees. „Uke“ Ritsuka ist niedlich, eigentlich Herzensgut aber für Freundschaft zunächst unempfänglich und sieht aus wie 12 (man muss es Loveless aber zu Gute halten, dass er tatsächlich 12 sein soll und nicht wesentlich älter, aber trotzdem so aussieht – wobei „zu Gute halten“ auf wackligem Grund steht, wenn man bedenkt, dass sich ein 20-Jähriger an ihn ran wirft). „Seme“ Soubi ist groß, beteuert Ritsuka ständig übertrieben seine Liebe und das er sogar für ihn sterben würde und das er ihn ruhig benutzen und ihm befehlen kann, was und wie er will, wirkt dabei natürlich aber trotzdem stets cool bis unterkühlt und distanziert und lügt ihn ständig an „um ihn zu beschützen“. Die beiden sind voller üblicher Charakterzüge, allerdings wirken sie nicht ganz so übertrieben und aufgesetzt, wie in anderen Serien, da sie in Loveless mehr oder weniger Gründe dafür haben, warum sie so sind. Schnell ist klar, dass Ritsuka von seiner Mutter misshandelt wird und Soubi mit seinem Lehrer auch keine gute Zeit verlebte. „Troubled Pasts“ sind natürlich in und an für sich auch schon wieder schlimme Klischees im Genre, aber Ritsukas seltsame Obsession ständig „Erinnerungen zu machen“ wirkt immerhin gleich weniger dämlich, wenn die an psychologischen Gründen hängt.

Letztendlich passiert die ersten 11 Folgen allerdings nicht so sehr viel. Fragen werden aufgeworfen, die konsequent die ganze Serie über nicht beantwortet werden. Ritsukas und Soubis Beziehung entwickelt sich nicht und die zwischen den beiden Zero-Lesben ist sowieso viel interessanter. Nebencharaktere werden eingeführt, um für etwas Slapstick gut zu sein. Und Folge 12 bietet dann ein übliches „Jetzt geht's erst so richtig los“-Ende. Denn der Manga ist 9 Bände lang und noch längst nicht abgeschlossen, die TV-Serie bietet also so gesehen nur den Einstig in die Geschichte.

Aber dennoch, irgendwo fand ich Loveless trotzdem ganz nett. Natürlich ist es etwas übertrieben kitschig und melodramatisch dafür, dass letztendlich wenig passiert, aber schlecht war's nicht, einen gewissen Grundintellekt und Zynismus einfach mal ausgeschaltet - Shonen Ai sieht man mit dem Herzen, nicht dem Hirn. Wirklich weiter über die Mittelmäßigkeit schafft es die Serie streng genommen allerdings auch wieder nicht, den überraschend gute Soundtrack mal ausgenommen.

17.8.10 00:02
 


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