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#492: Down with the Bloody Red Queen!

Alice in Wonderland, die 2010er Tim-Burton-Version, geschaut. Eigentlich ist der Stoff ja ein gnädiges Thema, um ver-Buton-ed zu werden und ein düsteres Burton Wunderland sowieso ein Erfolgsgarant in der heutigen Emo-Jugend. Allzu viel schief gehen kann also schon mal gar nicht, sollte man meinen.

Und die Erwartungen werden dann auch weitestgehend erfüllt. Eine quasi erwachsene Alice, übertrieben quirky und somit absolut fehl am Platz im viktorianischen England, in dessen Gesellschaft sie sich eingezwängt fühlt, flieht ins Wunderland, das seit ihrem letzten Besuch ordentlich unter der Herzkönigin gelitten hat und dringend Hilfe braucht. Nur muss aus Alice erst wieder die richtige Alice werden, um dies zu schaffen. Zu sehen bekommt man also den üblichen Burton-Kram, blasse Charaktere in einer düsteren Traumwelt voller Madmen und seltsamer Gestalten, ein Nein zum Spießbürgertum und Bejahen der Exzentrik, einen Score von Danny Elfman und geniale Performances von Johnny Depp und Helena Bonham Carter, gegen die alle anderen Charaktere – inklusive der Titelgebenden Heldin der Geschichte – ordentlich zurückstecken müssen. Das Übliche halt, was man von Tim Burton zu erwarten gelernt hat.

Und das macht Alice in Wonderland zu einem durchaus guten und unterhaltsamen Film. Ein toller Trip durch ein phantasievolles, düsteres Wunderland gespickt mit mehr oder minder interessanten aber immer wenigstens interessant gezeichneten Charakteren. Lediglich das Ende ist extrem schwach und man mag fast meinen, dass letzte Viertel stamme aus einem anderen Script, als der Rest des Filmes. Aber der Film ist eben „nur“ gut. Was ihm fehlt ist die gewisse Magie, die man bei dem Stoff erwarten sollte, und welche die frühen Burton-Filme ausgemacht hat. Manchmal mag sie fast aufkommen, dank dem verrückten Hutmacher und der Herzkönigin, aber eben nur manchmal. Ich weiß nicht, wann Burton angefangen hat, diesen magischen Touch zu verlieren, in Sweeny Todd war er schon vermisst und das Planet der Affen Remake hatte ihn ganz sicher auch nicht, für Alice ist er leider nicht vollends zurückgekehrt. Bleibt zu hoffen, dass Burton mit dem Alter nicht den gleichen Abstieg wie George Lucas hinlegt, denn besser als dessen aktuellere Machwerke ist Alice bei weitem, aber die Magie, nein, die ist nicht mehr da. Allerdings ist „nur“ gut zu sein ja auch ganz und gar nicht übel.


1.7.10 03:46


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#493: Female Prisoner Friday - Grudge Song

Matsu wird immer noch von der Polizei gejagt und landet auf ihrer Flucht bei Kudo, einem Ex-Revoluzzer, den die Polizei damals gefangen und verstümmelt hat, bis er seine Leute verriet, wodurch er nun ein gebrochener Mann ist. Doch dank Matsu lebt er wieder auf und hofft einen alten Plan wieder in die Tat umsetzten zu können. Währenddessen wird er allerdings erneut gefasst, der Loser, und erneut dazu gebracht, Matsu zu verraten. Auf ihrer Flucht hatten die beiden sich dabei bei einem Kommissar versteckt, dessen schwangere Frau dummerweise in ihrer Panik vom Balkon in den Tod gesprungen ist.

Matsu wird gefasst und ist nun wieder im Gefängnis, wartet auf ihre Hinrichtung. Doch der Kommissar will seine Rache, also hilft er ihr zu entkommen, damit er sie persönlich umbringen kann. Was natürlich dazu führt, dass er derjenige ist, der tot endet und Matsu erneut auf freiem Fuß ist. Zum Schluss erinnert sich der Film noch schnell daran, dass es in diesen Filmen ja eigentlich um Matsu als Racheengel geht, also bringt sie den Verräter Kudo um, bevor sie untertaucht.


Mit Female Prisoner Scorpion: Grudge Song, benannt nach dem ikonischen Titellied der Serie, das übrigens genau wie das in Lady Snowblood von Hauptdarstellerin Meiko Kaji selbst gesungen wird, geht nun die ursprüngliche Serie zu Ende. Kurz darauf kamen zwar noch zwei New Female Prisoner Filme und in 2008 Sasori (und dazwischen wohl auch ein oder zwei Filme, aber bei so obskuren Sachen helfen Wikipedia und IMDB eher bedingt bis gar nicht mehr), aber für die interessiere ich mich eher nicht. Denn so wirklich gut sollen nur die ersten 4 mit Meiko Kaji sein.

Was nicht stimmt, so richtig gut ist nämlich nur die erste Trilogie mit Regisseur Shunya Ito. Beim vierten Film sitzt jemand Neues im Regiestuhl und das merkt man ihm auch an, er ist vom Stil nämlich komplett anders, als seine Vorgänger. Überhaupt scheint er gar nicht so richtig zu wissen, wer nun sein Hauptcharakter sein soll. Fast die komplette erste Stunde geht es mehr um Kudo, Matsu ist zwar so ziemlich überall dabei, aber nur schmückendes Beiwerk zu seiner Geschichte. Sobald er sie verraten hat, scheint der Film sich aber dran zu erinnern, wer im Titel steht, und dreht sich doch wieder um Matsu. Blut und nackte Tatsachen bekommt man fast gar nicht zu sehen und so richtig rächen tut sich eigentlich auch niemand an irgendwem.

Was bleibt ist kein direkt unspannender, aber doch sehr gewöhnlicher 70er-Jahre Actionfilm mit einigen Sprüngen und Lücken, dem einfach total das abgeht, was die Serie aus und besonders macht.


2.7.10 08:59


#494: Big City Nights

Und dann doch bis Sim City 4 vorgekämpft. Hatte ich eigentlich gar nicht vor, ursprünglich wollte ich nur mal wieder den ersten Teil spielen. Nur irgendwie haben mich dann auch die neueren Inkarnationen gereizt. Jetzt hab ich ne Lücke… vielleicht probier ich mich doch noch an 2000, nur weil halt.

Während Sim City 3000 im Prinzip nur 2000 mit hübschem Anstrich war, will Sim City 4 nun endlich ganz anders sein. Dem wird man schon ganz zu Beginn gewahr: In Sim City 4 baut man keine Stadt, sondern eine ganze Region. Es ist im Prinzip den Nachbarstädten aus 2000/3000 nicht unähnlich, nur das der Spieler sie nun alle selbst baut und managt. Die einzelnen Städte in der Region haben, wenn sie aneinandergrenzen, dann auch Verwicklungen untereinander. Jobs in Stadt A können also auch Arbeitskräfte aus Stadt B anziehen und umgekehrt. Wer Stadt C sauber halten will, baut einfach in der angrenzenden Region alle Kraftwerke und Industriegebiete für diese.

In einem Stadtbereich an sich hat sich am Gameplay natürlich eher weniger geändert. Allerdings ist das Interface nun umgestellt und die Berater sind eine ganze Ecke hilfreicher geworden, da sie einem nicht nur melden, was in der Stadt nicht stimmt, sondern in den Nachrichten auch direkt einen Hyperlink offerieren, der einen an die Stelle beamt, wo dies nicht stimmt.



Neu ist, dass die Gebiete nun in arme, normale und reiche Bevölkerungsschichten unterschieden werden, die wiederum Jobs in entsprechend hoch- oder niedrigkarätigen Arbeitsplätzen brauchen etc. Zudem decken zivile Einrichtungen jetzt ein gewisses Gebiet ab, anstatt pauschal gewisse Bevölkerungszahlen.

Die hübschen Geschenke und Landmarks sind natürlich auch wieder mit von der Partie und auch verschiedene Baustile gibt es, wobei sie diesmal alle für die Stadt gelten und eingestellt werden kann, ob sie alle 5 Jahre wechseln sollen, oder alle gleichzeitig gebaut werden dürfen. Auch nett anzusehen ist der Tag- und Nachtwechsel.

Mir gefällt das Spiel allerdings nicht wirklich. Es ist mir einfach zu realistisch und komplex geworden, um mir noch Spaß zu machen. Ständig scheint irgendwas in einer Stadt nicht in Ordnung zu sein, es gibt zu viel Micromanagement und dann muss man auch noch auf die ganzen regional übergreifenden Sachen achten. In Stadt A für einen gewissen Bevölkerungswohlstand sorgen, in dem man Industrie in Stadt B verlegt, damit in Stadt C nun die hochkarätigen Jobs in Wolkenkratzern erschaffen werden können usw. usf.

3.7.10 10:27


#495: Superhero Sunday - Catwoman

Ähnliche Origins-Story wie in Batman Returns: Scheues, unauffälliges Mauerblümchen, die keinen Mann halten kann und auch im Job nicht weiter kommt, findet was über ihre Chefin raus, was sie nicht sollte und wird umgebracht. Katze haucht ihr neues Leben ein und sie wird nun zur Superemanze mit Katzenreflexen. Dem ganzen wird nur noch ein zusätzliches Element aufgedrückt, indem angeblich schon seit Jahrtausenden Frauen von Tempelkatzen auserwählt und zu Catwomen gemacht werden.

Sie hat jetzt nun halt ihren Spaß and der Rebellion, verliebt sich in einen Polizisten, der Catwoman jagt, da man sie für eine Verbrecherin hält und muss sich natürlich auch noch einen Showdown mit ihrer Mörderin liefern. Und ihr neues Ich akzeptieren und den ganzen Mist.

Es ist interessant, wie lange Filmideen in Development Hell verbringen können, ein Catwoman Spinoff war nämlich geplant, seit Batman Returns raus gekommen ist. Es ist allerdings stark anzunehmen, dass der 2004er-Film mit der ursprünglichen Ideen nicht mehr allzu viel zu tun hat, von der ähnlichen Origins-Story in den zwei Filmen mal abgesehen ;P

Der Film ist ja fast so berühmt-berüchtigt wie Batman & Robin. Dazu gehört auch schon was. Und erneut stimme ich zu, dass er schon ziemlich blöd ist, finde den extremen Hass aber doch etwas übertrieben. Die Inszenierung ist unspektakulär, die Actionszenen nicht packend, die Charaktere flach, die ganze Geschichte nicht sonderlich interessant, aber es gibt auch schlechtere Filme. Im Gegensatz zu Twilight passiert in Catwoman immerhin was. Wirklich kein guter Film, sogar ein eher schlechter, aber doch eigentlich relativ harmlos.


4.7.10 06:32


#496: Let's Play ~ Harvest Moon AWL - 04. The End of the Beginning

Neue Jahreszeit, neues Outfit, neue Wildgewächse. Darunter auch Pilze, die genug einbringen, als das der Verdacht von halluzinogenen Wirkungen nahe liegend ist. Jetzt zahlt es sich auch aus, Rüben angepflanzt zu haben, obwohl Feldfrüchte in diesem Teil kaum Geld einbringen und reichlich Zeit und Stamina zum Umsorgen fressen, also praktisch unnütz sind: Fürs Kochen. Eines der einfachsten Gerichte ist nämlich eine Rübe über die Salatoption klein geschnitten zu servieren. Genug Gerichte gemacht und weitere Kochoptionen eröffnen sich. Ich habe ja bereits erwähnt, dass Fische sehr gute Einnahmequellen sind, da die guten schon mal mehrere hundert G bringen können. Diejenigen, die nicht so gut sind, kann ich nun dank einer dieser neuen Kochoptionen einfach zu Sashimi wandeln, was bei Van satte 150G einbringt. Alle bisher gefangen schlechten Fische umgewandelt und verkauft hat mir satte 12.000 eingebracht – und selbst die paar, die ich in den 5 Tagen zu seinem nächsten Besuch zusammen hatte, weitere 4.000. Selbst die mittlerweile S-Rang habende Milch meiner normalen Kuh bringt nicht mehr ein und Tiere zu umsorgen ist wesentlich nerviger, als einfach die Angel auszuwerfen. Von dem ganzen Geld hab ich mir dann jetzt erstmal den Seed Maker gekauft.

Das Erntefest war gewohnt unspektakulär: Alle sitzen in der Bar rum und essen was. Das winterliche Starry Night Festival ist erneut Gustafa, wie er auf seiner Gitarre spielt, nur diesmal halt nachts. Takakura hat mir mittlerweile auch ein Pferd geschenkt, das hier praktischerweise sofort geritten werden kann, statt erst aufwachsen zu müssen. Dadurch komme ich nun unmerklich schneller durchs Tal – zumindest kommt es mir kaum schneller vor, wahrscheinlich lässt der ganze Lag den Großteil des Effekts verpuffen. Außerdem ist es komplett weiß, was irgendwie scheiße aussieht, das schwarze Pferd meines vorigen Spielstandes war wesentlich ansehnlicher.

Echt süß ist, dass ich in Butler Sebastians Zimmer ein Bild von einer jungen Romana gefunden habe und der arme Tropf mir gleich panisch das Versprechen abgenommen hat, es ihr ja nicht zu verraten. Absolut zu tote erzähltes Klischee, aber doch irgendwie niedlich. Apropos: Lumina hat im Winter nun endlich meine blaue Feder angenommen, was alle zu schockieren schien – nun gut, sie ist ja auch erst 15. Aber junge Mädchen haben auch ihre Vorteile, von wegen fehlende Vergleichsmöglichkeiten und so. Nachdem ich allen versichert hatte, dass sie eh nur meine Alibi-Frau wird, war allerdings alles wieder in Ordnung. Natürlich muss die Heirat noch warten, bis sie von Jailbait zu Barely Legal wechselt.

Dora hat aufgehört Milch zu geben, was in dem Spiel aber nach ca. 1 Jahr normal ist. Dann muss sie geschwängert werden und wenn sie gekalbt hat, beginnt sie erneut mit der Milchproduktion. Das dauert zwar ein halbes Jahr, aber der Vorteil ist, dass schwängern weniger kostet, als einen neue Kuh zu kaufen und im Ausgleich nicht nur eine neue Kuh bei raus springt, sondern das Muttertier direkt mit dem Geben von S-Rang-Milch weiter macht. Mehr als eine Kuh will ich aber gar nicht haben, weil mir das Umsorgen von mehreren ein zu nerviger Clusterfuck ist (ich hatte in meinem vorigen Spielstand 3 Kühe und hätte jedes Mal fast einen Ausraster bekommen), also wurde Dora schlichtweg an einen Schlachthof ver- und dafür die neue Kuh Dora 2.0 eingekauft. Diesmal eine Star denn Normal Cow, die zwar am Teuersten sind, dafür aber auch die Milch geben, die am meisten einbringt. Milch gibt's trotzdem erst mal keine mehr, da sie ja noch ein Jungtier ist. Hühner habe ich nun übrigens auch 4 zusammen, wodurch ich deren Gehege bauen lassen kann, was ich auch gleich veranlasst habe. Wie fast alles im Spiel ist das zwar nicht zwingend nötig, da sie auch weiterhin auf der Weide rumlaufen könnten, aber es ist ja nicht so, als gäbe es irgendwas von großem Nutzen in dem Spiel, um mein Sashimi-Vermögen drauf zu verbraten und ich ziehe es vor die Hühner in einem kleineren, übersichtlicheren Einzelbereich zu haben.

10.7.10 00:28


#497: Superhero Sunday - Batman

Bevor es von der Burton/Schumacher-Ära in den aktuellen Reboot übergeht, machen wir doch mal ein paar Schritte zurück. Da gab es ja in den 60ern so eine TV-Serie mit Adam West, die auch den ein oder anderen Fan hat ;P Und praktischerweise auch einen 66er Kinofilm, den ich exemplarisch für den ganzen Kram schauen kann. Zuvorkommend.

Oh Snap! Catwoman, Riddler, Joker und Penguin haben sich zusammen getan! Bei gleich 4 Kriminellen ist deren Ziel natürlich eindeutig: Nicht Gotham, nicht das ganze Land, sondern die Welt! Of course! Dazu entführen sie einen Captain mit seiner supertollen neuen Erfindung, mit der einem Menschen jegliche Flüssigkeit entzogen und sie so in Staubhäufchen verwandelt werden, bis man sie erneut begießt. Dummerweise scheitern alle ihre Pläne Batman und sein Boy Wonder auszuschalten, und so schaffen es die beiden natürlich, deren Pläne zu vereiteln. Holy Spoilerism!

Batman ist absoluter Blödsinn und Camp, und zwar gewollt so. Und es macht tatsächlich ordentlich Spaß, sich das Teil anzusehen. Die lächerlichen Pläne, die noch auf die unglaublichsten Situationen abgestimmten Hilfsgadgets, alle mit einem Bat-Präfix, die irrsinnigen Logiksprünge beim Herausfinden der lächerlichen Pläne, die Soundwords bei den Prügeleien, die cornigen Dialoge, die übertriebene Schauspielerei, es ist einfach herrlich und super amüsant mit anzusehen. Wenn Batman von einem explosiven Hai angegriffen wird, und sich einfach das Haiabwehrspray geben lässt, oder versucht eine Bombe wegzuwerfen, aber wohin er sich auch wendet plötzlich unschuldige Passanten auftauchen und dann mit einem „Some days you just can't get rid of a bomb“ resigniert ist das natürlich reichlich blöd, aber auch reichlich ulkig.

Mir hat das Nonsens-Feuerwerk also durchaus Spaß gemacht, vielleicht sogar noch etwas mehr, wenn es in kompakten 80 denn 105 Minuten über die Bühne gebracht gewesen wäre, denn mit der Zeit geht das Momentum doch ein wenig verloren. Vielleicht sollte ich mir doch mal die TV-Serie ansehen, in knackigen 25-Minuten-Häppchen kommt das Konzept bestimmt richtig gut.


11.7.10 00:05


#498: Titan's Downfall

Alle 8bit RPGs Dragon Quest Klone und alle 16bit RPGs Final Fantasy Klone zu nennen, wäre etwas arg übertrieben, aber ein Funken Wahrheit steckt wie immer auch darin. Die in ihren ersten 5 Spielen Japan only Glory of Heracles Reihe, deren DS-Reboot es allerdings vor kurzem auch über den Teich schaffte, fällt allerdings recht gut in die „Wie Dragon Quest, aber..“ Schoße, denn „Wie Dragon Quest, aber in antiken Griechenland“ beschreibt Glory of Heracles II: Titan's Downfall recht gut.

„Griechenland der Antike“ allerdings im typischen japanischen RPG-Sinne: Leute tragen Togas, Gegner sind aus der entsprechenden Mythologie (nicht, dass dies so stark auffallen würde, da sich auch anders thematisierte RPGs reichlich daraus bedienen), anstatt eines Flugschiffs bekommt man einen Pegasus und die Städte sehen entsprechend aus, genau wie die NPCs Zeus, Homer und Co. sind. Allerdings ist die Weltkarte definitiv nicht der Mittelmeerraum und von den legendären griechischen Hundeschlitten, mit denen sie den Polarkreis eroberten habe ich bisher auch noch nix gehört. Sprich, das Spiel nimmt die Thematik natürlich nicht wirklich ernst, sondern liefert übliche Fantasy-Kost und -Klischees mit ein wenig Antik-Griechischem Anstrich.



Interface und Kampfsystem sind wie gesagt dem von Dragon Quest sehr ähnlich und überhaupt gibt es die ganzen übliche 8bit-Unannehmlichkeiten wie das Charaktere, die auf einen Gegner zielen, der von einem Mitstreiter totgeschlagen wurde, nicht automatisch einen neuen angreifen; keine Möglichkeit die Auswirkung von Items, Ausrüstung und Zaubern vorab zu sehen und ein durch und durch begrenztes Inventar (allerdings ein Lagerhaus, das jedoch Gebühren verlangt). All die üblichen Kleinigkeiten, die solche Oldschool-RPGs heutzutage etwas arg unhandlich machen.

Immerhin sind es relativ illustre Charaktere. Der Hauptprotagonist ist natürlich der üblich schweigsame, der zu Beginn gesagt bekommt „Besieg den Bösewicht“ und sich daraufhin direkt auf den Weg macht. Ihm anschließen tun sich allerdings ein Zentaur auf der Suche nach Mut, eine Statue auf der Suche nach einer Seele (Wizard of Oz?) und gegen Ende Heracles, der eigentliche Held der Geschichte – der Hauptprotagonist stellt sich eben nicht als dessen Wiedergeburt oder so heraus. Natürlich wird auf sie nach den zwei Rekrutierungssätzen nie wieder näher eingegangen, aber immerhin. Die ganze Sache ist dann auch wie üblich mehr über die vielen kleinen Einzelepisoden und Fetch Quests, die auf ihrer Reise auf sie warten, denn den Hauptplot.

Immerhin ist es nicht so übermäßig schwer, solange man immer mal wieder ein paar Level steigt, auch wenn wie üblich die Encoutner-Rate und –Stärke extrem zu fluktuieren scheint, hauptsächlich weil Heilzauber nicht allzu viel Kosten. Und ein oder zwei Level können in dem Spiel schon einiges reißen, das die eigene Miss-Häufigkeit plötzlich wesentlich zurück geht, dafür die Gegner viel häufiger daneben schlagen.



Recht nervig ist allerdings, dass Ausrüstung zerstört werden kann. Und zwar nicht im üblichen System, dass es dies automatisch nach einer gewissen Anzahl an Benutzung tut, sondern nur ganz bestimmte Gegner des Spieles haben Angriffe, die sie zerstören kann. Was nur nerviger ist, wenn man sich in einem Gebiet mit ihren als RE befindet, da sie im Prinzip in jedem Kampf etwas zerstörten könnten. Savestating hilft da sehr, nicht seinen Verstand zu verlieren.

Obwohl das Spiel nicht direkt schlecht ist, habe ich ewig gebraucht, um durchzukommen, da das zutrifft, was ich ehrlich gesagt bei vielen 8bit RPGs fühle: Auch wenn sie evtl. zu ihrer Zeit ganz gut und eine brauchbare Erweiterung der Sammlung waren, sind die meisten von ihnen heutzutage echt unspektakulär und nicht wirklich was, was man noch unbedingt erneut gespielt haben müsste. Von wenigen Spielen mal abgesehen und ein paar, die eigentlich auch nicht mehr so besonders sind, wo man aber unbedingt wissen möchte, wie eine noch anhaltende Serie denn angefangen hat – und bei denen man am Besten wenn vorhanden zu einem Benutzerfreundlicheren Remake greift.

12.7.10 00:10


#499: Let's Play ~ Harvest Moon AWL - 05. A Birth

Ich habe also nicht den schnellen und einfachen Weg aus dem Spiel genommen, nicht zu heiraten, und es damit einfach schnell beendet. Stattdessen war ich brav, und habe es so gemacht, wie das Spiel es von einem verlangt. Da es das einzige HM ist, wo Heirat wegen des Generationsplots Pflicht ist, ist es auch entsprechend Idiotensicher gemacht: Theoretisch hätte ich gar kein Mädel umwerben müssen, bis sie mich heiraten will, am Ende des Jahres kommt nämlich dann automatisch die, die einen am meisten mag, und macht dem Farmer einen Antrag.

Belohnt wurde ich am Ende des ersten Kapitels mit einer ewig langen und unglaublich langweiligen Cutscene, in der mein Farmer und Lumina langsam von einem Dorfbewohner zum anderen kriechen, um ihnen ihr neues Glück unter die Nase zu reiben. Das neue Kapitel beginnt nun ein paar Jahre später, Lumina ist erwachsen, das Haus automatisch größer und es gibt sogar einen unglaublich niedlichen Sohn, mit dem ich spielen kann. Awww. Da er komplett wie Lumina aussieht, könnte allerdings jeder der echte Vater sein. Vielleicht ist es Daryl, der ihn immer mal wieder heimlich durchs Fenster beobachtet.

Im Dorf hat sich auch ein wenig geändert: Beim netten Rentnerpärchen ist Nina gestorben und er lebt nun in einer kleinen Hütte nahe ihren Grabes, das regelmäßig von anderen Dorfbewohnern besucht wird. Awww~ In ihrem alten Haus wohnt nun der Arzt und in einem neuen daneben eine neu hinzugezogene Familie. In der Ausgrabungsstätte kann nun mehr Fläche umgegraben und neue Artefakte gefunden werden. Das Neujahresfest sind nur ein paar Leute, die in Romanas Villa rum stehen, während Lumina Piano spielt. Die Leute in diesem Tal wissen wirklich nicht, wie man ordentlich feiert. Außerdem gab es eine kleine Szene mit den Harvest Sprites, die das Tal auf die Ankunft einer Göttin vorbereiten wollen.

Beim ersten Besuch Vans, hab ich gleich etwas tiefer ins Säckel gegriffen, ihm eine neue Hausinnendeko, ein paar Spielzeuge für den Sohn und die Ziege abgekauft. Die braucht etwas weniger Pflege, als eine Kuh, dafür bringt ihre Milch natürlich auch weniger. Etwas Abwechslung ist allerdings immer gut.

13.7.10 00:07


#500: The Story of O

Die Ärztin Seiko ist eine gebrannte Frau: Mit 16 wurde sie von drei Kerlen vergewaltigt, schwanger und steckte sich mit Syphilis an. Ihr altmodischer Vater zog zusätzlich nur die „selber schuld“-Karte. Aus diesem Grund verbringt sie nun die Nächte damit, Männer auf der Straße zu One Night Stands zu verführen und sie ebenfalls mit der Krankheit anzustecken. Dummerweise wird sie von einer dieser Aktionen schwanger und da sie niemandem vertraut, nimmt sie die Abtreibung an sich selbst vor. Durch den Schmerz fällt sie in Ohnmacht, wird am nächsten Tag von ihrem Kollegen Watanabe aufgefunden, der ihr Geheimnis waren will, da er in sie verliebt ist.

Sie lässt sich auf ihn ein und empfindet langsam selbst Liebe zu ihm. Da wird sie von einem ihrer ehemaligen Opfer wieder erkannt, der sie erpressen will. Doch das gerät außer Kontrolle und sie tötet ihn. Watanabe sieht das zwar, doch die Liebe macht ihn weiterhin blind. Die beiden heiraten sogar, Seiko ist eigentlich glücklich, wird aber dennoch weiterhin von ihrer Tat heimgesucht und beginnt zu trinken. Eines Tages jedoch muss sie herausfinden, dass Watanabe ihr Schlafmittel in den Alk tut, um sich langsam die Praxis unter den Nagel zu reißen und seine Affäre mit der Sprechstundenhilfe ausleben zu können.

Madame O ist ein früher Vorgänger der japanischen Exploitation, eine fiese Story mit etwas Sex und Gewalt also. Jedoch dann wieder so früh (1967), dass man davon heutzutage im Prinzip nix mitbekommt, denn es gibt zwar einige deftige Thematik, bei Dingen wie der Abtreibung oder Zerstückelung der Leiche wird aber nie auf irgendwas Brutales gezeigt, sondern man bekommt ganz Psycho-mäßig nur Gesichter etc. eingeblendet. Auch die erotischeren Szenen bringen eigentlich nix außer hier und da mal ein wenig Boobage. Sprich: Heutzutage sieht man in jedem Tatort mehr. Das ist nicht mal unbedingt schlecht, denn der Film wirkt dadurch, dass er nix zeigt, sondern alles der Fantasie des Zuschauers überlässt, wesentliche classier – nur mit Exploitation hat das ganze halt nix mehr zu tun. Schon eher mit einem Psychodrama.

Denn der Film und die gegenseitigen Katz-und-Maus-Spiele der Charaktere ist definitiv spannend und interessant genug gefilmt. Wenn auch die Charaktere manchmal etwas zu nüchtern rüberkommen, was durch die Schwarz/Weiß-Aufnahmen nur noch verstärkt wird. Sporadisch ist mal eine Szene der Abwechslung halber in Farbe, aber der Großteil des Filmes bleibt in s/w. Auch mag Sympathie mit Seiko nie ganz so aufkommen, wie das wahrscheinlich gedacht war. Sicherlich, sie hat schlimme Dinge durchgemacht, an denen sie nicht zuletzt durch die Krankheit bis Heute noch aktiv zu knabbern hat, doch sie ist eben kein Opfer, dass sich an ihren Tätern rächt, sondern mehr eine Psychopatin, die jeden Mann straft, der sich von ihr verführen lässt. Sie bestraft keine Täter, sie erzeugt nur weitere Opfer. Dennoch sehr gut und überzeugend geschauspielert.

Was bleibt ist tatsächlich eine sehr nette kleine Mischung aus Drama und Krimi, durchaus sehenswert, aber auch wieder kein absoluter Genre-Klassiker.


14.7.10 09:05


#501: Under cerulean skies

Chrono Cross ist durch. Hat etwas gedauert, da der Anfang nicht so wahnsinnig interessant ist, aber ab dem Fort Dragonia (um die 10 Stunden im Spiel war das glaub ich) wird's dann doch ganz cool und dann ging's bei mir auch wesentlich schneller voran.

JRPGs haben häufig einen von zwei Anfängen. Zum einen eben beim Anfang, häufig der aufwachende Hauptcharakter, oft dauert es, da zunächst ja nicht viel schief läuft etwas, bis bei der Art der Erzählung (ab ovo) alles ins Rollen kommt. Chrono Trigger ist hier ein günstiges Beispiel. Und dann gibt es die Geschichte, die einen direkt mitten ins Geschehen werfen (in media res) und einen erst nach der Einstiegsphase etwas Verschaufpause fürs Catching up lässt. Final Fantasy VII mit dem Anfang im Reaktor wäre sowas. Chrono Cross bekommt es irgendwie hin, beides zu sein, es wirft einen mitten ins Geschehen, allerdings ist das nur ein ein paar Minuten gehender Traum und dann wird es eben doch von den Anfängen an aufgerollt. Dummerweiese unterstreicht der Traum/die Vision zu Beginn aber nur noch, dass danach erst mal eine ganze Weile nicht viel passiert xD

Und wer sich halt ein richtiges Chrono Trigger Sequel erhofft, wird auch relativ im Regen stehen gelassen. Sicherlich, später werden die Verbindungen erklärt, aber eigentlich könnte man alle CT-Begrifflichkeiten mit anderen Namen ersetzen und der Plot würde genauso viel Sinn als eigenständige IP geben. Etwas komisch, dass man dafür extra nach 5 Jahren den Namen rausgeholt hat. Zumal das Abenteuer auch vom Ton her stark zu Trigger kontrastiert, das ja weitestgehend light hearted und episodisch war. Cross ist typisch 32bit-Square, alles ist wesentlich... philosphischer... später ist es eben nicht einfach nur ein buntes Abenteuer, sondern wird wesentlich gewichtiger mit eben jeder Menge Rumphilosphiererei. Xenogears verprellte dürfen dennoch aufatmen, so "schlimm" wird das Spiel damit nie (interessanterweise ging aber wohl auch hier gegen Ende das Budget aus, denn viele späte Erklärungen finden einfach nur als Text auf Hintergrund statt, anstatt eine ordentliche Sequenz zu sein, darunter halt auch sehr wichtige Dinge - erneut nicht ganz so extrem wie Xenogears' berüchtige 2. CD, aber schon auffällig). Aber mit dem Ton von Chrono Trigger hat Cross eben auch nicht viel zu tun.

Genauso wenig im Gameplay. Chrono Cross ist nämlich nicht nur typisch 32bit Square sondern zweite Hälfte 32bit-Ära Square: Es versucht so innovativ wie möglich zu sein, auch wenn davon nicht alles zum Besseren geändert ist. Erfahrungspunkte und Charakterlevel gibt es nicht, stattdessen erhöhen sich diverse Statuswerte evtl. nach einem Kampf. Allerdings nicht wie in Final Fantasy II oder SaGa diejenigen, die benutzt wurden und von Zwischengegnern bekommt man eh meist nur +1-3 HP und auch das nicht häufig. Stattdessen erhält die Gruppe nach dem Besiegen eines Bosses einen Stern und ein Großteil der Statuswerte erhöht sich ein Stück. Sogesehen ist man zu jeder Zeit ungefähr so stark, wie Square das vorgesehen hat, da kein optionales Grinding möglich ist. Zauber, Magiepunkte und Heilgegenstände gibt es so gesehen auch nicht. Alles ist mit Elementen ersetzt. Die normalen Elemente sind im Prinzip Zauber und Techniken, nur das sie keine MP kosten, sondern ein mal pro Kampf gecastet werden können und das wars. Dafür hat jeder Charakter ein paar Dutzend Elementslots, um sie und gegebenenfalls mehrere gleiche Elemente auszurüsten. Heilitems sind hier konsumierbare Elemente, die auch auf Slots gelegt werden müssen, dafür 5x pro Kampf eingesetzt werden können, danach aber eben weg sind.

Zusätzlich färbt sich mit jedem Zaubern die Kampfarena in die Elementfarbe um, was sie stärker bzw. schwächer macht. Und Elemente können nur gezaubert werden, wenn der Charakter auf der Stufe des Slotslevels ist, auf das man es gelegt hat, was er durchs kontinuierliche Draufschlagen auf den Gegner schafft, aber auch nach dem Casten entsprechend wieder verringert. Zumal jeder Charaktere mehrmals pro Runde angreifen kann, je nachdem, wie stark seine Schläge sein sollen, die dazu noch Prozentwerte haben, wie wahrscheinlich sie treffen (und die total gelogen sind, denn bei 70%ish-Prozent schlägt man eher 7 von 10 mal daneben, statt zu treffen). Noch nicht mal Ausrüstung kann einfach ganz normal gekauft werden, sondern erst nachdem man die Gegenstände, aus denen sie bestehen, gefunden hat.

Das ist alles zu Beginn erst mal der Supergau schlechthin, aber nach kurzem Eingewöhnen doch sehr schnell durchschaut. Das Ganze ist nämlich nicht wirklich so wahnsinnig komplex, sondern nur zu verkompliziert umgesetzt.

Was in Cross auch total fehlt, ist das herrlich schnelle Pacing von Trigger. In Cross dauert irgendwie alles fast einen Tacken zu lang. Eine Kampf dauert dank mehrmaligen Draufschlagen, Verfehlen und langen Zauberanimationen viel länger, als er sollte und wenn Charaktere reden, brauchen sie auch viele Textboxen, um relativ wenig ausgesagt zu haben. Zum Glück kriegt das Spiel gerade noch so die Kurve, bevor es ins zu langsam und langweilig abrutscht, aber schnell geht in Cross nichts.

Sympathische Charaktere hat es dann auch zum Großteil nicht vorzuweisen. Zwar gibt es über 40, die rekrutiert werden können, aber abgesehen von wenigen definieren sich die meisten davon nur durch einen (nervigen) Akzent und sonst nichts. Es gibt ein paar Charaktere, die mir optisch gefallen, aber von ihrer Persönlichkeit? Nein, dafür haben die alle zu wenig bis gar keine. Auch schafft es Square mal wieder nicht wirklich, die Romanze zwischen den beiden Hauptcharakteren glaubhaft zu machen.

Technisch ist es immerhin (für die PSX) bombig. Die Charaktermodelle sind weniger pixelig, als noch im (auch eigentlich toll aussehendem) Final Fantasy VIII, die vorgerenderten Hintergründe sind echt hübsch (wenn auch manchmal schwer zu navigieren, aber das gehört bei sowas irgendwie dazu) und vor allem was die Szenarien angeht mit viel Diversität gesegnet (dagegen sieht das weitestgehend düstere FF8 geradezu eintönig aus) und der Soundtrack ist einer von Mitsudas besten. Schon alleine wegen "Dreams of the Shore mear Another World", das hands down die beste BGM ist, die ich je in einem Spiel zu hören bekommen habe.

Einen Wall of Text später: Chrono Cross ist eben wirklich ein typisches zweite Hälfte 32bit-Ära Square Spiel. Innovativ, aber etwas umständlich, interessante Geschichte, aber etwas zu viel Geschwafel, optisch bombig und durchaus ein gutes Spiel, aber kein spektakuläres, weil es hier und dort etwas kränkelt.

15.7.10 09:10


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