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#347: It's a new day. It's a new year.

So, nun sind wir alle wieder dem Tod ein Jahr näher gekommen :D Die 0er-Dekade der 2000er liegen hinter uns, genau wie ein Jahr mit sage und schreibe über 200 Blog-Einträgen meinerseits.

Ich schau gerade die Game of the Year Awards auf Gametrailers und Gamespot. Solche Rankings find ich irgendwie immer interessant. Dabei würde ich normalerweise auf die Meinung von Seiten wie Gamespot (und IGN und wie sie alle heißen) nix geben. Wobei die mich zugegebenermaßen überrascht haben und Brownie Points bekommen, da sie Demon's Souls sowohl RPG des Jahres, PS3-Spiel des Jahres und Spiel des Jahres allgemein verliehen haben, statt die obvious (save) choices Dragon Age: Origins und Uncharted 2 gewinnen zu lassen.

Ich selbst könnte so eine Jahres-Top nie selbst geben, da ich selten Spiele im Jahr ihres Releases kaufe und selbst wenn dann noch nicht unbedingt auch gleich spiele. So hab ich 2009 fast 60(!) Spiele durchgespielt (viele davon kurze Sachen wie die Adventures, daher die hohe Anzahl), davon aber nur 4, die auch in 09 released wurden: Dragon Quest V, Persona 4, Ar tonelico 2 und YuushaDevil Survivor zusätzlich zumindest noch angespielt. Gut waren sie immerhin alle. Mein Favorit wäre wohl Dragon Quest V oder Persona 4… eher knapp DQV.

Somit hab ich mein jährliches „Ich würd gern pro Monat ein Game schaffen, um meinem Backlog beizukommen“ mehr als erfüllt. Das so ein Backlog dabei stetig nachwächst mal außen vor gelassen. Im Ausgleich dafür andere Hobbys schleifen lassen, Anime hät ich nämlich eher wenig geschaut im letzten Jahr. Dafür immerhin ein paar Bücher mehr gelesen als üblich, obwohl immer noch ziemlich wenig, im Vergleich zu meinen Kinder-/Teenager-Jahren.

Vorsätze fürs nächste Jahr, was Hobbys angeht (seriöse Lebensentscheidungs-Vorsätze hält eh kaum einer): Final Fantasy II und/oder VIII endlich durch spielen. An Lufia 3 und Glory of Heracles II versuch ich mich evtl. auch. Endlich mal Lost schauen. Und die Belgariad/Malloreon-Saga erneut lesen, was ich eigentlich schon dieses Jahr wegen des Todes von David Eddings machen wollte.

Spiele in 2010, auf die ich mich besonders freue? Hmm… keine Ahnung. Irgendwie kaum so richtig. Dragon Quest VI und IX natürlich. Und Shin Megami Tensei: Strange Journey ist seit meiner eher gen Gleichgültigkeit Tendenz zur Erstankündigung mittlerweile doch langsam stetig interessanter geworden. Miles Edgeworth natürlich auch, obwohl das wohl nicht mit den Ace-Attorney-Teilen mithalten können soll. Endless Ocean 2 werd ich mir wohl auch früher oder später holen, nachdem ich momentan doch ziemlich beim ersten Teil am Süchteln bin, gleiches gilt für Yakuza, wovon ich mir definitiv Teil 2 holen werde und dann vielleicht auch noch zum 2010er-Release von Teil 3 komme. Ach ja, Fragile kommt ja ebenfalls bald, im großen Anfang-2010-Release-Batzen. Heh, waren doch so einige. Wobei, so extrem gehyped fühl ich mich zu denen allen nicht. Wenn sie raus kommen ist es schön, aber das Warten fällt mir bei allen nicht wirklich schwer oder so.

Und das große Final Fantasy XIV kommt dann ja auch noch. Das werd ich mir aber wohl nicht unbedingt schon dieses Jahr kaufen. Ich wart lieber bis die Anfangsmäkel ausgebügelt sind und bis dahin ist dann ein PC, den ich dafür ja aufrüsten muss, noch etwas billiger. Ich bin eh nicht mehr so der Freund von monatlichen Gebühren wie noch zu XIer-Zeiten, von daher werd ich evtl. auch nur mal zum Spaß an der Freude ein oder zwei Monate rein schnuppern... aber das sieht man dann ja. An XIII gibt es ja auch kaum einen Weg vorbei, obwohl ich dem mehr als skeptisch gegenüber stehe – aber 2010 kauf ich das eh noch nicht, sondern wie bei X und X-2 erst nen Jahr später, wenn man es als Billo-Platinum hinterher geworfen bekommt. Vorfreude ist bei dem Teil auf jeden Fall keinesfalls im Spiel, wenn er nie erscheinen würde wäre es mir auch egal.

1.1.10 12:48


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#348: Into the Blue

Im gestrigen Eintrag hab ich ja schon eines der drei Spiele erwähnt, die mich momentan beschäftigt halten: Endless Ocean (die andren beiden sind das ebenfalls erwähnte Yakuza und Suikoden Tierkreis). Wobei die Definition als Spiel eher etwas schwammig ist. Ähnlich wie Wii Fit ja eigentlich kein Spiel sondern eher ein interaktives Fitness-Video ist, würde ich Endless Ocean eher als Unterwassersimulator bezeichnen. Nicht Tauchsimulator, denn wirklich um realistisch simuliertes Tauchen (nicht zu tief gehen, nicht zu schnell auftauchen, darauf achten genug Sauerstoff für den Rückweg zu haben etc.) geht es nämlich auch nicht.

Aber ja, man taucht. Und im Groben und Ganzen haben wir damit schon das ganze Spiel. Endless Ocean ist eine Sandbox. Nicht im Sinne von „Hier hast du eine offene Welt, mit ganz viel zu tun, was du wann wo machst, ist aber egal“, sondern „Hier ist eine offene Welt, in der du nix außer Exploration veranstalten kannst, mach das aber wie und wo du willst“. Eine Sandbox sozusagen, die einem nur ein einziges Spielzeug in die Hand gibt, aber dafür graben lässt, wo man will. Im Gegensatz zu den vorigen Spielen der Macher, Everblue, wo es wohl eher um realistischeres Tauchen mit gesteckten Zielen ging, geht es in EO mehr um das Erlebnis an sich, nicht das Erfüllen gestellter Aufgaben.

Ein wenig Story gibt es für den anfänglichen Fokus zwar schon, allerdings kann man auch die schleifen lassen, wie man will. Und sie ist wirklich eher schnell rein geworfen, weil man dachte, sie müsste rein. Denn sollte man sich nur auf sie beschränken, hat man sie auch in wenigen Stunden schon hinter sich. Ich hatte sie nach ungefähr 5 Stunden durch und das, obwohl ich nebenher noch einige andere Dinge getan habe. Im Prinzip dient sie sowieso hauptsächlich als Tutorial und zeigt einem anschließend noch ein paar der wichtigeren Orte. Dann gibt's noch einen legendären Wal zu entdecken und schwup ist schon Ende.

Endless Ocean ist dabei in Tage unterteilt, die mehr oder minder zügig voran schreiten (ein Tag dauert glaub ich so knapp unter 2 Stunden, so genau hab ich aber nicht drauf geachtet) was sich zum einen darauf auswirkt welche Tiere zu sehen sind (einige nur am Tag oder in der Nacht bzw. nur zu gewissen Jahreszeiten), aber einem auch hin und wieder einen Auftrag per Mail reinflattern lässt. Damit der Spieler zumindest ein wenig was neben dem Tauchen just for fun zu tun bekommt. Natürlich haben auch beide letztendlich nur was mit dem Tauchen zu tun: Entweder wollen Klienten eine Tauchführung an einem bestimmten Punkt haben und auch dabei einen bestimmten Fisch zu sehen bekommen, oder man soll von einem spezifischen Tier ein Foto machen und einschicken, das sofern es gut geworden ist, dann auch für den Artikel genommen wird oder sogar aufs Cover kommt. Forciert werden einem diese Aufträge aber nicht, wenn man sie nicht machen will, nimmt man sie einfach nicht an, zudem ist meist eine ganze Woche zeit, in der man sie doch schnell einschieben kann – gehetzt wird man also nun wirklich nicht. Die Tageszeit kann dabei übrigens praktischerweise in der Kabine vorgestellt werden.

Den Hauptteil des Spieles macht aber natürlich das Tauchen just for fun aus, und die vielen verschiedenen Tierarten zu entdecken. Manche schwimmen frei im Meer rum, andere sind nur beim ranzoomen auf Korallen und Meeresgrund zu entdecken. Das Spiel gibt dabei einen Ton und einen blinkenden Punkt von sich, wenn man sich nähert, wahllos durch die Gegend zoomen, um was zu finden, muss man also zum Glück nicht. Und wieder andere besuchen einen auf dem Boot, wie Pinguine, meeresnahe Vögel oder Robben. Entdeckte Tiere kann man nicht nur anschauen und fotografieren, sondern auch streicheln, um sie in der Bestiary mit einigen Hintergrundinfos frei zu schalten. Um alle 3 Absätze an Infos zu bekommen, müssen sie allerdings an 3 verschiedenen Tagen gestreichelt werden, was der Sache wohl mehr Spielzeit verschaffen soll, da einige davon durchaus nicht ganz so einfach zu finden sind. Aber gezwungen die Bestiary mit allen über 200 Tieren und dazu noch allen 3 Absätzen zu füllen, wird man natürlich gewiss nicht. Man macht das erneut nur für sich selbst.

Nebenbei kann man dann noch ein Aquarium mit den bereits entdeckten Tieren ausstatten und so dort jederzeit mit seinen Lieblingsfischen tauchen und sich mit den Delfinarten anfreunden und diese zu Partnern machen. Partner kann man Kunststücke vollführen lassen und auf die Tauchgänge mitnehmen, die dann helfen können die Zoomspots zu finden. Zu guter letzt können auch noch „Artefakte“ gefunden werden, die meist schon von weitem blinken und deswegen auch keine zu große Friemelarbeit sind. Erneut eigentlich genau wie das Eintragen in der Bestiary oder dem Annehmen von Aufträgen nur für das eigene Vergnügen und um etwas Abwechslung rein zu bringen.

Eine gewisse Entlohnung gibt es letztendlich allerdings schon, so bekommt man hin und wieder, wenn man Aufträge erledigt oder Artefaket geborgen hat, neue Tauchausrüstung zugeschickt. Die wird nicht wirklich besser, sondern gibt einem halt nur mehr Optionen, in welche Farben man die eigene Figur nun kleiden und wie man seine/ihre Frisur stylen will.

Hauptaugenmerk und Entlohnung am Tauchen ist und bleibt also schlicht und einfach die ganzen Meeresbewohner aus nächster Nähe zu sehen und mit ihnen schwimmen zu können. Das ist natürlich nicht jedermanns Ding, aber ich fand Meerestiere schon immer toll und hab dementsprechend meinen Spaß am Spiel. Dabei wirft EO zum Glück ein wenig unnötigen Realismus über Bord. Im Meeresgebiet, das einem zur Verfügung steht, gibt es so wesentlich mehr unterschiedliche Orte/Tiere zu sehen, als normalerweise auf begrenzten Raum wären: Lagunen, Korallenriffe, Abhänge gen offener Ozean, Meeresruinen, Schifffriedhöfe und sogar einen Abgrund in die Tiefsee. Alles um zu gewährleisten, dass man schön viele verschiedene Arten zu sehen bekommen kann. Das Tauchen ist wie gesagt nicht extra auf Realismus ausgelegt und wirklich sterben kann man im Spiel auch nicht, weil einem kein Tier was tun kann. Dadurch kann man auch Tiere nahe kommen/streicheln, um sie in die Bestiary einzutragen, von denen man in der realen Welt lieber die Finger lassen sollte wie Weiße Haie, Feuerquallen oder Eisbären.

Es ist einfach unglaublich entspannend – sozusagen meditativ – eine Weile durch den blauen Ozean zu tauchen, sich zu freuen wenn man wieder eine neue Fischart entdeckt hat und zu staunen, wenn zum ersten Mal einer der majestätischen Wale ins Blickfeld kommt (wobei das Spiel bei Wal- und Delfinarten beim ersten Kontakt auch extra eine cineastische Cutscene abfährt). Sich an einen Walhai zu hängen oder sich umzudrehen und plötzlich einen vorbeiziehenden Schwarm Mantarochen zu entdecken hat schon was. Die Musik unterstützt dabei die Atmosphäre unglaublich gut und bietet neben ein paar Instrumentals auch einige Vocal-Stücke, die stark Enya-esque sind und wirklich gut passen (alternativ kann man übrigens auch eigene Musik von einer Flashcard abspielen). Ich bin immer wieder etwas unruhig, wenn ich durch die Tiefsee oder den Schiffsfriedhof tauche, auch wenn ich genau weiß, dass mir ja in EO gar nix passieren kann – einfach nur durch die dichte Atmosphäre.

Wie bereits erwähnt war ich nach ca. 5 Stunden mit der Story fertig, konnte aber die ersten Tage nach Erhalt trotzdem kaum von EO lassen und hab auch die letzten Tage immer wieder mal für ne Stunde oder zwei gespielt, so dass ich mittlerweile die 25 schon überschritten habe. Alle Artefakte gefunden oder von allen Tierarten alle Absätze eingetragen hab ich trotzdem noch nicht, da ich mir keinen Guide zur Hand nehme. Dabei kann ich mit Sandbox-Spielen normalerweise nix anfangen.

Hmm... was ist eigentlich aus Aqua für PS3 geworden? Zusammen mit Afrika auf der TGS07 gezeigt, aber dann im Gegensatz zu diesem anscheinend doch nie erschienen. Schade, mit noch tolligerer Grafik, mehr Fischen auf einen Haufen anzeigbar und kristallklarem Wasser... wär schön geworden. Oh warte... nach etwas Recherche scheint das Spiel doch nicht ganz spurlos verschwunden zu sein, sondern nur ohne viel Trara in Aquanaut's Holiday umbenannt Japan only released worden zu sein. Schade.

2.1.10 00:43


#349: Godzilla Monday - 1968

Nach dem Totalausfall des Vorjahres geht es mit Destroy All Monsters immerhin qualitativ wieder bergauf. Reiht sich sogar ein Stück über Ebirah ein.

Wir schreiben das Jahr 1999 (ca. 30 Jahre in der Zukunft für die damalige Zeit) und alle Monster der Welt wurden auf einer Insel versammelt, wo sie studiert und unter Kontrolle gehalten werden. Bis die Insel dann plötzlich überfallen wird und die Monster rund um die Welt auftauchen und dort Städte zerstören (Godzilla btw. in New York – hohoho). Also wird ein Trupp von der Mondbasis abgezogen, um das in ihren super futuristisch-lächerlichen Anzügen zu investigieren.

Stellt sich raus, dass die Monster von Aliens kontrolliert werden, die sich wie Disco Queens kleiden. Sollte sich die Menschheit nicht unterwerfen wird die Zerstörung fortgesetzt, was auch mit einem gemeinsamen Auftauchen mehrerer Monster in Tokyo vorgeführt wird.

Nen bissl hin und her und letztendlich wird die Hauptbasis der Aliens auf dem Mond zerstört, wodurch sie auch die Kontrolle über die Monster verlieren, die wieder von den menschlichen Wissenschaftlern übernommen wird. Zudem wird dabei herausgefunden, dass die Aliens aus lebendem Metall oder so sind und hohe Temperaturen brauchen, weil sie sonst zurück zu Metallklumpen degenerieren. Ahjah...

Um die letzte Basis auf der Erde zu zerstören werden von den Menschen jedenfalls alle Monster drauf gehetzt, während sich die Aliens Ghidorah zur Hilfe holen. Großer Brawl, Ghidorah besiegt, Basis zerstört, Ende.

Destroy All Monsters erinnert an Invasion of Astro-Monster, da auch hier stark die Menschen vs. Aliens SciFi-Geschichte im Vordergrund steht und die Monster eher schmückendes Beiwerk sind. Wobei sie zumindest etwas häufiger vorkommen und die Geschichte wesentlich häufiger von Action-Sequenzen unterbrochen wird, um spannend zu bleiben.

Trotzdem schreit der Film etwas nach verschenktem Potential was die Monster-Action angeht. Die Action-Sequenzen mögen häufiger sein, dafür sind sie aber auch recht kurz gehalten. Gerade die Angriffe auf die Städte zu Beginn werden nicht groß inszeniert, sondern drei Monster gezeigt, die ein paar die Städte identifizierende Bauwerke umwerfen. So für ein paar Sekunden. Der Angriff von gleich vier Monstern auf Tokyo ist etwas länger, aber auch vergleichsweise kurz. Lediglich der große End-Brawl gegen Ghidorah ist schön lang und cool inszeniert.

Auch wird die hohe Monsteranzahl deswegen nicht gut genutzt. So gibt es im Film sage und schreibe 11 Monster: Godzilla, Mothra, Rodan, Ghidorah, die schon in mehreren anderen Godzilla-Filmen (und teilweise eigenen) zu sehen waren; Angilas aus Godzilla Raids Again; Godzilla jr. und Spigar (die Riesenspinne) aus Son of Godzilla und Varan, Baragon, Gorosauraus (T-Rex-esque) und Manda (große Schlange/chinesischer Drache Dings) aus anderen Toho-Monsterfilmen. So wirklich häufiger zu sehen im Film bekommt man aber nur Godzilla, Angilas, Rodan und Mothra. Ghidorah (*yay*) taucht immerhin für den langen Endkampf auf, an dem sich auch Gorosauraus und ein klein wenig Spigar beteiligen. Manda ist beim Angriff auf Tokyo kurz dabei. Godzilla jr. ist zum Glück kaum zu sehen, sondern steht nur beim Endkampf etwas dumm in der Gegend rum, während Varan und Baragon nur zwei Mal kurz für ein paar Sekunden in die Kamera gehalten werden, aber eigentlich nicht wirklich was tun.

So toll der Endkampf auch ist, bleibt im Schnitt auf dem ganzen Film verteilt erstaunlich wenig Monster-Action für 11 mögliche Beteiligte. Hätte nicht geschadet so 10-15 Minuten der etwas trägeren Storyszenen zu verwerfen und stattdessen die Stadtangriffe durch die Monster zu verlängern.


4.1.10 01:44


#350: Lost on the Island of Dramatic Convenience

So, die erste Staffel von Lost ist geschaut. Als Pro 7 damals vor der Erstausstrahlung Monate lang so aggressiv Werbung für gemacht hatte, dass es fast an Terrorisierung gegrenzt hat, hab ich mich aus purem Hass geweigert, es zu sehen :D Abgesehen davon, dass "Nen Haufen Leutz stranden auf ner Insel und versuchen 100+ Folgen wieder davon weg zu kommen" grundsätzlich erst Mal nicht so übermäßig interessant klang.

25 Folgen schlauer, muss ich sagen, dass mir die Serie doch ganz gut gefällt. Die Macher wissen definitiv, wie man sie spannend hält, ohne wirklich eigentlich je groß vorran zu kommen. Oh sicher, die Charaktere tun ein paar Dinge, lernen sich durchzuschlagen und man bekommt auch in jeder Folge zu einem von ihnen reichlich Flashbacks, um sie kennen zu lernen. Aber von dem, was auf der Insel passiert, ist die Serie zumindest in Staffel 1 noch nicht wirklich wesentlich voran gekommen, sondern war mehr Stage Setting. So stolpern sie zwar über jede Menge Geheimnisse, wie das Monster, das keiner zu Gesicht bekommt, das aber immer mal wieder nen Haufen Bäume umwirft, der seltsame Rauch, das Kabel und der Bunker, die gefunden werden oder die Existenz von Eisbären auf einer Südseeinsel. Es wird definitiv viel mysteriöses entdeckt, aber sich eben noch nicht ansatzweise einer Lösung zu auch nur einem dieser Mysterien genähert. Lost is such a tease.

Aber wie gesagt passiert häufig genug was Seltsames und auch die Hintergrundgeschichten der Charaktere sind meist halbwegs überraschend, wodurch die Serie spannend bleibt. Auch wenn man nach einiger Zeit hin und wieder ein gewisses Schema entdeckt. Der Flashback zu Lock (nicht der erste, der zweite um seinen Vater) später in der Staffel, war zum Beispiel ziemlich vorhersehbar was den Twist angeht.

Die einzigen beiden Charaktere, die ich nicht so mag - von denen, über die man was herausfindet zumindest, immerhin sind fast 50 Leute gestrandet aber das wär für ne Serie natürlich zu viel Gewicht und so dreht sich natürlich alles hauptsächlich um die gleichen 10 oder 15 Leute, der Rest ist Kanonenfutter, wenn jemand sterben soll, aber eben kein Story-relevanter Charakter - sind, wie so häufig in US-Serien, die beiden Leads. Doctor Mc Dreamy, der fast perfekte Held der Serie ist einfach unglaublich langweilig, weil nahezu perfekte Charaktere nun mal öde sind. Selbst sein Flashback, der bei den meisten Charakteren eine Leiche im Keller behandelt, dreht sich bei ihm darum seinen Vater enttäuscht zu haben, aber letztendlich nur weil Mr. Superheld das moralisch genau richtige gemacht hat und dann die Konsequenzen aus dem Ruder gelaufen sind. Im Prinzip braucht so eine Serie wie Lost wohl einen Charakter, der das Ruder in die Hand nimmt, verhindert das die Gestrandeten nicht im Chaos ergehen und einen Artz, der die Leute bei Verletzung und Krankheit hilft... aber das macht in nicht weniger langweilig. Und dann Freckles, das typische Bad Girl yet Good Girl inside, die wohl auch nur wegen äußerer Umstände auf die schiefe Bahn geraten ist, hottest Girl on the Island und natürlich instant Attraction zu sowohl dem Male Lead wie auch dem Bad Boy (with a soft spot inside) hat. Ich kann mit beiden einfach nix anfangen.

Apropos Kanonenfutter. Auch unter den Hauptcharakteren gibt es so ein paar, bei denen ich den Eindruck habe, sie sind nur da, damit man jemanden hat, den man umbringen kann. Dessen Tod beim Zuschauer aber dann dramatischer wirkt, anstatt einen Random Stranger umzubringen, weil man etwas Zeit mit ihm verbracht hatte. Die beiden Geschwishter und die alte schwarze Lady zum Beispiel. Bei Boon hätte ich damit ja schon recht gehabt.

Meine Gedanken, wie die Serie aus geht? Der coole alte Kerl bringt am Ende alle um. Und isst ihre Herzen in einem Stärkungsritual oder so :D

7.1.10 14:42


#351: Like a Dragon

Nun sind auch die Ending Credits von Yakuza über den Bildschirm geflimmert. Zu denen interessanterweise Amazing Grace läuft, das auch in Endless Ocean Verwendung gefunden hatte, was ich ja auch erst kürzlich beendet habe. Zufälle gibt's.

Das Spiel wird immer ganz gern beworben, in dem man Vergleiche mit Grand Theft Auto und Shenmue anstellt. Von letzterem sind wohl auch einige Leute tatsächlich im Produktionsteam - und irgendwie glaub ich von Resident Evil auch, da es genau solche Item-Boxen, ein ähnliches Item-Menü gibt und die Coin Locker Keys, die man sammeln kann, sich ebenfalls über so ein Blinken am Boden bemerkbar machen xD

Auf jeden Fall hinkt der Vergleich ein wenig, da Yakuza nicht ganz so sehr in Richtung Open World/Sandbox Game geht. Stattdessen ist es in eine sehr feste Storystruktur, die den Hauptteil des Spieles ausmacht, gefasst. Natürlich kann man zwischendurch immer mal wieder in der Stadt rum laufen und auch auf Nebenmissionen stoßen, an Imbisbuden essen, oder sich in nem Stipclub oder Massagesalong vergnügen... aber das sind nur nette Zerstereuungen nebenbei, kein großer Teil des Spieles. Wie in GTA den Großteil der Zeit eben außerhalb der Story zu verbringen, Autos knacken und damit durch die Stadt rasen oder jeden harmlosen Passanten verprügeln, sollte man dazu lustig sein, ist nicht drin. Kazuma ist ein nice guy, eine vordefinierte Figur für eine strikte Story, nicht eine Hülle für die Sachen, auf die man gerade zu tun Lust hat. Auch kann man nicht mit jeder Kleinigkeit interagieren und sich ewig mit Minispielen (die es aber dennoch gibt) aufhalten, einen fast normalen Alltag nachgehen, wie in Shenmue (auch wenn dafür der erste Shenmue-Teil notorisch dafür bekannt ist, weite Strecken über unglaublich langweilig zu sein).

Nein, Yakuza ist weitestgehend, als würde man ein richtig cooles japanisches Gangster-Drama nachspielen. Gameplay rausgestrichen und die FMVs hintereinander geschnitten, und das Teil könnte fast als vollwertiger Yakuza-Movie über die Leinwand flimmern.

Und das find ich schon gut so. Ich bin bekanntermaßen nicht der größte Sandbox-Fan. Ich brauch einfach einen roten Faden, ein Spielzeit vor Augen. Und Yakuza gibt mir mit der festen Storystruktur genau das. Trotzdem hab ich in jedem Kapitel auch Zeit damit verbracht, einfach nur durch die Straßen des Stadtbezirks zu laufen, um zu sehen, ob sich Nebenmissionen auftun. Davon hab ich letztendlich dann auch 52 von 70irgendwas entdeckt, wenn auch nicht alle beendet. Ins Casino gehen, in der Arena kämpfen, Strip-/Massage-/Hostessen-Etablissements besuchen oder Baseball spielen hab ich allerdings nie gemacht - dafür war ich kurzzeitig recht Crane Game süchtig xD

Ein paar RPG-Elemente gibt es dann auch noch. So gibt es Zufallskämpge - an manchen Ecken der Stadt können Typen auftauchen, die einen zu einem Kampf rausfordern. Das sind außerhalb der Story auch die einzigen Kämpfe, da man wie bereits erwähnt nicht wie in GTA einfach jeden Passanten angreifen kann. Witzigerweise bekommt man häufig den Satz zu hören, dass sie Kazuma wegen den Klamotten für einen Yakuza oder die altmotischen Klamotten halt für dämlich halten und ihm deswegen die Fresse polieren wollen - würde Kazuma sich also einfach mal umziehen, müsste er halb so oft die Fäuste spielen lassen :D Und ja, hauptsächlich sind das Faustkämpfe, da Yakuza ein Brawler ist. Schusswaffen gibt es zwar auch, aber die werden selten vom Gegner genutzt und Kazuma steuert sich damit so schlecht, dass man es gleich lassen sollte. Schläge und Tritte sind wesentlich besser. Auch andere Waffen oder Gegenstände aus der Umgebung können aufgehoben (von Gegner fallen gelassene Messer, Baseballschläger, rum liegende Rohre, Blumentöpfe, sogar Reklametafeln und Fahrräder) und für den schnelleren Sieg missbraucht werden. Dafür gibt es dann sogar Erfahrungspunkte, mit denen man die drei Stats von Kazuma aufleveln kann.

Und ich fand die Kämpfe echt richtig spaßig. So nen paar blöde Poser, die mir mit "Ey you, motherfucker" dumm von der Seite kommen den Schädel einzuschlagen ist eine sehr befriedigende Sache - vor allem wenns mit ner Leuchtreklame erfolgt :D Auch wenn Kazuma leider etwas arg clumsy zu steuern ist. Wie ein Panzer. Also nicht im Sinne von Tank Controls, aber davon, wie einfach es ist mit ihm wirklich eine genaue Richtung einzuschlagen. Da wird hoffentlich in den Sequels (von denen es ja bereits 3 plus ein Spinoff gibt) Feintuning drin betrieben.

Die Lokalisation ist ganz ordentlich geworden. Ein bisschen arg viel GTA-esques Gängsta-Rumgemachze, das nicht so ganz mein Fall ist und hin und wieder übertriebenes F-Bombing (What the fucking fuck, you motherfucker), damits die Teeny-Jungs cool finden. Was sich allerdings kaum bei den wichtigen Storycharakteren/-sequenzen breit macht, sondern eher außerhalb davon. Abgesehen davon ist die Synchro ziemlich gut geworden, wenn auch nicht immer ganz Lippensynchron und die Stimme von Haruka das typische "Erwachsene Frau versucht kleines Mädchen zu sprechen, klingt aber nur nervig"-Problem hat.

Aber ja, eigentlich ein ziemlich geiles Spiel. Sich mal so selbst seinen Weg durch nen Yakuza-Film zu schlagen hat was unglaublich einnehmendes.

Das ist dann übrigens btw mein Endstatistik:

  • Number of completed sub scenarios: 46
  • Percentage of moves acquired: 88%
  • Number of defeated enemies: 1164 KOs
  • Percentage of coin lockers opened: 83%
  • Number of retries: 5 times
  • Number of saves: 104 times
  • Play time: 20:03

Wie man sieht, bin ich ein obsessive compulsive saver. Ich kann an keiner Telefonzelle vorbei gehen, ohne nicht gespeichert zu haben xD Ach ja, bezüglich der Retries: Das Spiel ist sehr benutzerfreundlich was die Kämpfe angeht, verliert man, kann man einfach so oft man will auf Retry gehen und das Ding wird von vorne gestartet. Nach 3 Retries in Folge fragt es dann auch, ob man lieber auf Easy spielen will (was ich als Action-Niete wie in jedem Spiel auch prompt gemacht habe).

8.1.10 02:07


#352: Dragon vs. Koi

Yakuza eignet sich gut, daraus einen Film zu machen. Und das hat man auch. Und zwar niemand anderes als Takashi Miike. Ich mein, wenn Mr. Miike ein Gangster-Drama inszeniert, muss das doch geil werden, nich? Nö, überraschenderweise nicht.

Grundsätzlich tauchen zum Großteil die gleichen Charaktere auf und auch der Plot ist in den Grundlagen der Selbe. Kazuma kommt nach 10 Jahren aus dem Gefängnis frei und versucht dem kleinen Mädchen Haruka zu helfen ihre Mutter Mizuki ausfindig zu machen. Zudem sind den Yakuza 10 Billion Yen gestohlen worden, was natürlich alles irgendwie zusammen hängt.

Leider ist es so, dass der Film viel raus kürzt. Nun ist es nur natürlich, dass die Geschichte des Spieles ordentlich getrimmt werden muss, um ein einen nicht ganz 2-stündigen Film zu passen. Like a Dragon: Movie Version kürzt allerdings nicht nur viele der unwichtigeren Feinheiten der Geschichte raus und zieht andere stark zusammen, sondern steicht große Teile der Geschichte und jegliche Charakterhintergründe. Das Endresultat lässt sich dann mit „People do stuff“ ziemlich gut beschreiben. Sinn und vor allem Storyzusammenhänge sucht man weitestgehend vergebens. Als Zuschauer hat man im Prinzip keine Ahnung warum die Charkatere tun, was sie tun, da jegliche Charaktermotivation und –beziehungen auf der Strecke bleiben. Warum hilft Kazuma Haruka? Warum ist Majima so versessen darauf, wieder und wieder gegen Kazuma zu kämpfen? Warum sollte man auch nur einen Dreck auf den Finalkampf mit Nishiki oder das Auftauchen von Mizuki geben, wenn man zu beiden vorher im Film überhaupt nix erfahren hat und auch dann keiner ihren Hintergrund mal erläutert? Kazuma kommt insgesamt auch unglaublich unfreundlich rüber, da alles fehlt, was ihn im Spiel sympathisch gemacht hat. Und das, obwohl dann noch Zeit mit ein paar kleinen Subplots verschwendet wird, die es im Spiel gar nicht gibt. Sofern sie dort keine Nebenmissionen sind, die ich nicht gemacht habe.

Zudem ist der Film insgesamt auch einfach häufig recht langweilig. Ein paar Szenen sind ganz cool, vor allem dank der tollen Musik, wie z.B. direkt der Anfang des Filmes, aber weite Strecken über war die Angelegenheit ziemlich öde. Auch die Kämpfe sind im Spiel wesentlich spektakulärer anzusehen, als im Film.

Wer hätte das gedacht. Yakuza eignet sich so super für eine Filmumsetzung, da es ja im Prinzip schon ein Film mit Gameplay-Unterbrechungen ist. Und obwohl man mit Filmen von Takashi Miike je nach eigenem Geschmack und welchen man denn erwischt hat, so einige Probleme haben kann, so sind sie doch zumindest fast immer unterhaltsam. Like a Dragon hingegen ist als Film weder eine packendes Gangster-Drama noch ein unterhaltsames Spektakel geworden. Das Spiel ist der besser Film, und das mit Abstand.


9.1.10 00:47


#353: Godzilla Monday - 1969

Schlimmer geht nimmer? Doch, schlimmer geht immer. Der bisherige Tiefpunkt Son of Godzilla kann mit Godzilla's Revenge sogar noch unterboten werden. Abgesehen davon, dass der Titel eh wenig passen will, aber das ist der, der bei meiner Version dran stand. Der Toho-International-Titel All Monsters Attack wäre aber auch nicht passender gewesen, der japanische Titel Godzilla, Minilla, Gabara: All Monsters on Parade schon etwas mehr. So wirklich passend wäre aber nur Minilla's Boring Adventure oder Ichiro and Minilla vs. Bullies.

Das interessante am Film ist, dass Godzilla so gesehen gar nicht wirklich in der Geschichte auftaucht, obwohl er im Film auftaucht. Diesmal ist der Hauptcharakter ein Kind, der kleine Junge Ichiro um genau zu sein. Da seine Eltern ihn ständig alleine lassen, weil beide lang arbeiten müssen, hängt er häufigen Tagträumen nach. In denen ist er auf Monster Island, freundet sich mit Minya/Minilla an und schaut zu, wie Godzilla andere Monster verprügelt. Jup, jegliche Monster-Szenen des Filmes finden nicht in der eigentlichen Geschichte statt, sondern nur in der Phantasie des kleinen Jungen. Zusätzlich sind 90% davon Stock Footage auf Ebirah und Son of Godzilla.

Die eigentliche Geschichte dreht sich nun darum, dass Ichiro ständig von älteren Kindern gehänselt wird. Und zwei Bankräuber, die in der Nähe untertauchen und von denen Ichiro einen Ausweis findet, weswegen sie ihn entführen. Reichlich Tagträume, in denen Feigling Minya nach und nach den Mut dazu fasst gegen das neue Monster Gabara, das ihn ärgert, zu kämpfen und et voila auch Ichiro fasst nun den Mut sich gegen die Bankräuber und die Kinder, die ihn ärgern, zu erwehren.

Godzilla's Revenge ist also ein Kinderfilm. Und dazu auch noch ein unglaublich langweiliger, weil weitestgehend nix spannendes passiert und alle Monsterkämpfe schon bekannt sind. Abgesehen vom Kampf zwischen Minya und Gabara natürlich, aber der ist auch nicht so toll, da Minya bekanntermaßen ein Scheiß Monsterdesign hat und der neue Gabara auch nicht sehr beeindrucken aussieht. Minya eine Stimme zu geben, ist dabei auch so eine Entscheidung, die lediglich seinen Nervfaktor noch erhöht.

Die Message des Films ist diesmal natürlich für die Kinder, nämlich Mut zu fassen, statt vor Schwierigkeiten davon zu laufen. Und vielleicht, nur ganz vielleicht, auch etwas Sozialkritik dahingehend, dass Ichiros Eltern ihn, nur um genug Geld zum Leben zu verdienen, ständig vernachlässigen müssen und eine Umweltbotschaft durch die Obsession mit Shots auf qualmende Industrieanlagen zu Beginn und Ende des Filmes. Aber wahrscheinlich interpretiere ich in meiner monumentalen Langeweile einfach zu viel in einen dummen Film hinein.


11.1.10 02:16


#354: Home, Sweet Home

Letztes Wochenende hab ich dann auch endlich mal Muse gefunden mir Schäfers Qualen durchzulesen, das bereits Ende letzten Jahres eingetroffen ist (Dank Bücherplausch-Gewinnspiel, bzw. meines Gewinnens in eben diesem).

Ein Krimi. Grundsätzlich nicht meine liebste Kost, weder im TV noch als Buch, es sei denn es geht mehr Richtung Thriller (CSI und Co.) denn "normaler" Krimi Marke Tatort, aber doch immer wieder trotzdem eine gute Kost. Keine Ahnung, warum ich sowas nicht häufiger verköstige, schmecken tut's mir nämlich eigentlich :D

Ein Mord passiert. Natürlich. Im Touristen-Lieblings-Skigebiet Österreichs: Kitzbühel. Und dann noch einer. Und so weiter. Natürlich lässt man das nicht einfach so stehen, sondern lässt den Major Schäfer aus Wien anreisen, dessen Aufklärungsquote trotz chaotischer Vorgehensweise sehr gut ist und der auch dort aufgewachsen ist, also verlgeichsweise auf etwas weniger Ortsansässigen-Wiederstand treffen könnte.

Und letztendlich geht es dann genauso viel um die eigentliche Mordserie wie um die Vergangenheit vom Schäfer selbst, der seinen Heimatort damals geradezu fluchtartig verlassen hat. Interessant geschrieben. Sehr sogar. Beide Komponenten. Obwohl ich mir den Täter schon bei knapp der Häfte des Buches rum gedacht hatte, wenn die ersten Puzzelteile zusammenfallen - spannend blieb es trotzdem, herauszufinden wer jetzt alles mit wem verstrickt war und was da vor 30 Jahren so ganz genau passiert ist.

Hilft natürlich, dass der Herr Schäfer ein interessanter Charakter ist. Als alles andere als perfekter Chaot, mit nicht wirklich durchverarbeiteter Vergangenheit, und trotzdem irgendwie immer die richtige Spur mehr per Intuition denn sonstwas findend. Letztendlich ist der Herr Haderer, Autor des Buches, ungefähr im gleichen Alter, ebenfalls gebürtiger Kitzbühler nun wohnhaft in Wien - sofern mich der Klappentext nicht anlügt - und dementsprechend gut darin, seinem Hauptcharakter Glaubwürdigkeit anzuschreiben. Und er scheint schon so einiges ausprobiert zu haben, bevor er hiermit sein Schriftstellerdebüt gegeben hat - wieder dem Klappentext Glauben schenkend - und Leute die in ihrem Leben schon so einiges erlebt haben, eignen sich eh häufig noch besser als Geschichtenerzähler.

Ja, war ein sehr feines Buch. Da kann ruhig ne Serie draus werden. Weitere Fälle des Herrn Schäfers definitiv erwünscht. Und da kommt wohl auch was - laut Klappentext, erneut.

Für mich btw wieder besonders knuffig, der Österreich-Einschlag im Text, mit hin und wieder typischen Worten und Satzbau. Den mag ich, Sympathiepunkte :D

12.1.10 07:44


#355: The Water is Wide

Everblue 2, der nicht-wirklich-aber-irgendwie-schon Vorgänger zu Endless Ocean (Forever Blue in Japan) ist durch. Ebenfalls von Arika, allerdings überraschenderweise published by Capcom.

Und so viel haben die beiden Spiele tatsächlich nicht gemeinsam, abgesehen davon, dass in beiden getaucht wird. Auch wenn ich diese Casual Games und Hardcore Games Label immer etwas lächerlich und die Debatte darum mittlerweile genauso ermüdend wie die wann ein Survival Horror Game dank zu guter Steuerung nur noch Action Game genannt werden sollte finde, passt das hier als Vergleich schon. Etwas zumindest.

Endless Ocean ist eher casual, da es hauptsächlich nur ums Entspannen beim Tauchen geht. Ein wenig Story und Nebenaufträge gibbet zwar und man kann sich selbst das Ziel setzen alle 200+ Tiere ins Lexikon eingetragen zu bekommen, aber das Spiel an sich ist ziemlich schnell damit zu sagen, dass es nichts von einem verlangt und man einfach alles schleifen und nur das tun kann, worauf man lustig ist. Everblue 2 ist da schon eher ein Spiel im traditionellen Sinne, da es einem tatsächlich eine Reihenfolge an gesteckten Zielen gibt, die zwar auch schleifen gelassen werden können, aber der Angelegenheit doch eine feste Struktur verpassen.

Hier geht es hauptsächlich darum, Gegenstände vom Meeresgrund und aus Wracks zu bergen. Die dann verkauft werden können, um bessere Ausrüstung zu kaufen. Ein schnelleres Boot, um sich weiter von der Insel entfernen zu können, besssere Tauchanzüge, die einen tiefer und schneller tauchen und mehr Gegenstände bergen lassen. Taucht man tiefer, als der Anzug einen schützt, wird von einem Hai angegriffen/Seeschlange oder Qualle vergiftet, bleibt länger im Wasser als man Luft hat oder nimmt mehr Gewicht an Gegenständen auf, als man tragen kann, geht das auf die HP. Die immerhin mit Medizin wieder hoch gebracht werden. Ein schnelles Auftauchen bringt einen dabei sofort außer Gefahr - zumindest im Ozean, in Wracks muss erst ein Ausgang gefunden werden.

Während man sich in Wracks komplett in alle Richtungen bewegen kann und die Gegenstände rumliegen sieht, muss im weiten Ozean ein Sonar genutzt werden, um sie im Sand ausfindig zu machen. Zudem kann man sich dort nur in der Horizontalen bewegen, da man auf dem Meeresgrund fixiert ist. Das macht zwar Sinn, da man ja eh nur nach Gegenständen auf ihm sucht, lässt den Ozean in Verbindung mit der extrem niedrigen Weitsicht allerdings ganz schön flach und eingeschränkt wirken. Im Gegensatz zu Endless Ocean bekommt man nie das Gefühl von wirklicher Tiefe und Weite.

Dafür gibt es dank niedriger Weitsicht und der Tatsache, dass der Boden sowieso fast überall gleich aussieht, keinerlei Ladezeiten zwischen Regionen oder wie in Endless Ocean nur einen gewissen Radius, den man sich vom Schiff entfernen kann. Es kann Ladezeitenfrei durch das ganze Meer getaucht werden, wie man lustig ist, bis einem Luft/HP ausgehen.

Die Story besteht dann aus einer Reihe an "Finde das Wrack von XYZ" und "Bringe mir daraus Gegenstand AB" Aneinanderreihungen. Zudem noch weitere "finde meinen verlorenen Gegenstand"-Missionen, von Storyunabhängigen NPCs. Auch kann erneut ein Aquarium mit bereits identifizierten Tieren bestückt werden. Was hier etwas realistischer als die Endless-Ocean-Streicheleinheiten ist: Man macht ein Foto von einem Fisch und zeigt es dam einem NPC, der die Art identifiziert. Davon gibt es immerhin 70 Arten zu finden und zusammen mit einem Haufen Post-Game und auch schon Haupt-Game-Nebenmissionen und der Möglichkeit gewissen NPCs eine ganze Sammlung an Gegenstandstypen (Waffen, Kunst, Möbel, Instrumente), die sie sammeln, zu bergen kann also ordentlich über die 7-8 Stunden, die man mit der reinen Story verbringen würde, gespielt werden. Natürlich auch davon abhängig, wie schnell man die Wracks und gewollten Items aus ihnen findet. So bekommt man zwar meist ganz gute Tipps, wo zu suchen ist, aber mit Pech kann man im genannten Gebiet ne Weile im Kreis tauchen, bis die kurze Weitsicht das Wrack endlich mal im Blickfeld erscheinen lässt und auch das innere der Wracks kann teilweise etwas desorientierend sein - zumindest ging es mir so, was aber auch an der 1st-Person-Ansicht liegen kann... bei Shin Megami Tensei oder Phantasy Star wusste ich auch immer sofot nicht mehr, wo ich her kam, nachdem ich um zwei Ecken gebogen war xD

Und eigentlich funktioniert das ganz gut. Ich find es etwas schade, dass die wirkliche Tauchatmosphäre im eigentlichen Ozean fehlt und wirklich hübsches Entspannungstauchen deswegen nicht drin ist, aber in einer Festen "Finde das", "Hol mir das" Aufgabenstruktur gefasst, hatte ich schon das gewisse "Ein mal tauch ich noch schnell, um diese Mission zu erfüllen"-Gefühl.

Aber schon definitiv ein Budget-Spiel, das man sich eher für billig kauft. Immerhin auch billig produziert, so passt das ganze Spiel auf CD statt DVD nutzen zu müssen, was schon was über den Umfang sagt. Die Stadt besteht dann auch nur aus vorgerenderten Hintergründen und NPCs, die vom Detailgrad auch in einem 1st-Generation-PS1-Spiel nicht unmöglich wären und obwohl die Grafik im Ozean wesentlich hübscher ist, reists auch keine Bäume aus und wie gesagt ist die Drawing Distance echt mies.

16.1.10 10:22


#356: Your game is not end

So... Retro Game Challenge. Das Spiel basierend auf der japanischen TV-Show Game Center CX (von der es viel zu wenig Folgen mit englischen UT gibt .__.). Ich mag die Serie sehr. Im Prinzip geht's hauptsächlich darum, dass Arino - eigentlich ein Comedian - alte Spiele spielt. Und zwar eine gewisse Aufgabe dazu gestellt bekommt, meist das Ende zu sehen. Hauptsächlich sind das Famicom-Spiele, allerdings gibt's hin und wieder auch mal ne andere Konsole. Und natürlich sind das in der Regel recht schwere Spiele wie Ghouls'n Ghosts oder Super Mario Bros.2 (Japan versteht sich), wo das auch ne entsprechende Challenge ist.

Dazwischen besuchen sie auch noch Arcade im ganzen Land, die für ihre Retro-Maschinen bekannt sind oder haben auch mal nen Interview mit nem Spielhersteller etc. Mir gefallen die Challenges allerdings noch am Besten, da es echt spaßig ist zuzusehen, wie Arino mit viel Witz und Charme versucht, die Spiele zu bezwingen. Er kennt viele davon nämlich zwar nach vage aus seiner Kindheit - und ist mit richtig viel Begeisterung dabei - aber so wirklich gut ist er in ihnen häufig nicht.

Retro Game Challenge beginnt mit dem virtuellen Kopf von Arino, der einen in seine Kindheit zurück versetzt, damit man ihm zeigt, was für ein guter Gamer man nun wirklich ist. Dort trifft man auf den jungen Arino, der gerade ein Spiel fürs Famicom gekauft hat und der virtuelle Arino schaltet sich ein und gibt einem eine Challenge, die in dem Spiel zu lösen ist (erreiche Stage X, bezwinge Boss Y, schaffe einen Score von 123 etc.). Und danach noch eine usw., bis man 4 durch hat und das näcshte Spiel freigeschaltet wird. Sind zu allen Spielen alle 4 Challenges erledigt, gibt es noch die Final-Challenge: Siehe von allen das Ending.

Das ganze ist wirklich mit sehr viel Liebe zur Materie gemacht, so emulieren die Spiele entsprechend echte 8bit-Genre, wenn auch häufig etwas benutzerfreundlicher und weniger hardcore als z.B. wirklich das Original Ninja Gaiden oder Dragon Quest zu spielen. Zu jedem Spiel gibt es ein mehrseitiges Manual, das gelesen werden kann und der junge Arino kauft regelmäßig GameFan-Magazine, in denen fiktive Interviews mit den Machern der fiktiven Spiele gehalten, Neuankündigungen vorgestellt und Tipps und Cheats zu den Spielen veröffentlicht werden. Er kommentiert hin und wieder auch/feuert einen an, während man die Spiele spielt. Und auch die Lokalisation ist top und hat besonders viele Texte der Spiele im Spiel in gebrochenem Englisch typisch der wirklichen Lokalisationen der damaligen Zeit.

Die helfen dann bei den Challenges entsprechend enorm, so dass auch weniger gute Spieler diese schaffen können. So ist die Final-Challenge z.B. wie erwähnt "siehe das Ending" nicht "Spiele das komplette Spiel durch" - in der Verbindung mit Cheats durchaus ein Unterschied. Die meisten Spiele sind eh kurz, 4-8 Stages oder auch mal 16 wie in Haggleman. Cosmic Gate ist mit 64 sehr lang - aber ein Magazin veröffentlich einen Trick, wie man in Stage 1 direkt einen Warp zu 64 frei schaltet. Und Guadia Quest als RPG ist natürlich auch nicht kurz, im Vergleich zu den anderen Spielen zumindest, nicht im Vergleich zu echten 8bit-RPGs, da es doch nur 2 Dungeons lang ist - aber es gibt einen geheimen NPC, der einem die Ending-Credits zeigt, sollte man ihn finden. Star Prince und Rally King haben invincibility cheats und Haggleman 2 einen Stage Select. Lediglich Haggleman 1 und 3 sind etwas schwerer zu schaffen, auch mit den gegebenen Cheats.

Und trotzdem, trotz allen Charmes und Liebe, die in die Kompilation gesteckt wurden... so ganz klicken tut sie mit mir nicht. Das mag zum einen daran liegen, dass ich erst mit 16bit so richtig ins Gaming gekommen bin, nicht schon zu 8bit-Zeiten. Oder das ich einfach viele der enthaltenen Spiele nicht so gut kann, die mir jegliche Oldschool-Skills fehlen und ich auch einfach zu schnell genervt und gefrustet werde, wenn ich in einem Spiel immer wieder gegen die gleiche Mauer renne, ohne weiter zu kommen. Zudem hät ich es ganz schön gefunden, wenn gleich alle Spiele freigeschaltet gewesen wären, so dass man sie in der Reihenfolge spielen kann, die man selbst will.

Cosmic Gate, das erste Spiel ist wie Namcos Galaxian. Und wie gesagt 64 Stages lang, wobei man Warps öffnen kann, die einem Stages überspringen lassen. Sehr simple und minimalistisch, hab ich dabei trotzdem recht viel Spaß gehabt. Das Spiel hat so dieses gewisse Tetris-Flair - extem simpel, aber perfekt immer mal wieder zwischendurch zu zocken.

Robot Ninja Haggleman 1 und 2 sind Plattformer. Allerdings nicht ganz wie Mario. So gilt es nicht das Ende einer Landschaft zu erreichen, sondern man ist auf einem in sich geschlossenen Stockwerk gefangen, bis man alle Gegner umgebracht hat, der Boss auftaucht und auch dieser besiegt ist. Zudem können Gegner nicht nur per Sprung-auf-Kopf besiegt werden, sondern etwas wie Door Door auch mit Türen umgebracht, dreht man sie im Moment, in dem diese davor stehen. Haggleman 1 hat zudem das typische Ghouls'n Ghosts "Your game is not end" am Fake-Ende von Stage 8 und schickt einen fürs richtige Ende dann auf höherem Schwierigkeitsgrad noch mal durch alle 8. Haggleman klickt allerdings nicht mit mir, ich find beide Spiele einfach nur frustend.

Rally King und Rally King SP sind Rennspiele, overhead. 8bit-Rennspiele sind universell scheiße gewesen und da kann Retro Game Challenge auch mit einigen hinzugefügten Gimmicks (Kollisionsschaden und Drifting) nichts reißen.

Star Prince ist ein weiteres Shmup und im Gegensatz zu Cosmic Gate schon eher das, was man sich beim Fallen des Genre-Begriffes vorstellt. Das Gimick hier: Anstatt zu schießen den Feuerknopf gedrückt halten lässt ein Schild um einen erscheinen, dass alle normalen Geschosse schluckt und nur gegen Laser nicht hilft. Zwar stirbt man auch schon nach einem Treffer, aber das Schild macht die Sache dann schon angenehmer. Auch wenn ich am Stage 4 Boss ohne Cheats gespielt trotzdem nicht vorbei komme xD Überraschenderweise das Spiel der Kolektion, das mir am meisten Spaß macht. Sogar mehr als...

...Guadia Quest, der Dragon Quest Klon. Trotz nur 2 Dungeons ein komplett ausgearbeitetes RPG. Und mit einigen Nettigkeiten, die 1989 zwar nicht einzigartig, aber doch nicht RPG-Norm gewesen wären: Jederzeit speichern können, ist ein Gegner totgeschlagen wird automatisch der nächste anvisiert, und es können sogar Guadia-Monster als Support-Charaktere gefangen werden.

Das Finalspiel ist dann Haggelman 3, der Liebling aller anderen Spieler. Im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern erinnert der Teil wesentlich eher an Ninja Gaiden. Nicht so schwer wie diese, aber für mich natürlich trotzdem erneut unschaffbar (fluchen wie ein Seeman mit Tourette hat zwar nicht geholfen, aber befriedigt) und deswegen nach Stage 2 nicht mehr wirklich spaßig.

Von daher ist Retro Game Challenge schon ein interessantes Konzept mit viel Liebe umgesetzt, für mich von den Spielen her allerdings sehr hit and miss. 2 Rally Kings sind Mist, die von allen geliebte Haggleman-Trilogie find ich auch nicht so toll, bleiben nur das RPG und die beiden Shmups. Ich seh mich sehr wohl die Shmups noch häufiger mal raus kramen und spielen und an Guadia Quest werd ich mich wohl auch erneut setzen und das Ending richtig sehen wollen - doch 5 von 8 Spielen sind für mich weitestgehend wertlos. 

17.1.10 10:57


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